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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



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Freitag, 10. Februar 2012

Hilfsangebote

Von mirabelle48, 11:19

Manche Menschen (vorwiegend die Herren der Schöpfung) behaupten ja, Frauen betrachten sich bei trauter Zweisamkeit im Schlafzimmer angelegentlich die Decken und Wände und stellen dann fest, dass sie dringend eines neuen Anstrichs bedürfen. Ich tu das gelegentlich auch, allerdings wegen des Fehlens eines männlichen Pendants nicht in trauter Zweisamkeit, sondern ohne jedes schlechte Gewissen allein.

Ich stellte also fest: Meine Wohnung braucht dringend neue Farbe. Ideal wäre ja eine professionell durchgeführte Renovierung, doch das Wissen um meinen Kontostand fegt diese Überlegung sofort wieder vom Tisch, ich meine natürlich von der Bettdecke.
Aber wozu hat man unter vielen Entbehrungen dafür gesorgt, dass der kleine Hosenmatz ein kräftiger erwachsener Mann wird, der handwerklich auch eigentlich ganz begabt ist?
Und der zudem immer und für alles seine Hilfe angeboten hat?
Also rufe ich meinen Sohn an und bitte ihn, die Streicharbeiten zu übernehmen.
„Na klar, kein Problem, kannst ja schon mal alles besorgen, sobald ich Zeit habe, streiche ich dir die Wohnung. Könnten wir eigentlich Samstag machen“

Wenn ich mir etwas vornehme, wird nicht lange gefackelt. Ich begebe mich in den Baumarkt, und packe alles, was man so zum Malern braucht in den Wagen. Und natürlich lieber ein bisschen mehr, als zu wenig. Also alles ist bereit.
Am Donnerstag erkundige ich mich vorsichtig, wie es denn so um das Zeitkontingent des Herrn Sohnes bestellt ist, wann er denn am Samstag anfangen will, und ich habe vorsichtshalber schon mal die Schränke ausgeräumt, damit wir dann zügig arbeiten können. Frau überlegt ja, was zu tun ist.

 „ Oh, das tut mir leid, kommendes Wochenende, geht ja gar nicht, ich wollte dich auch gerade anrufen“, und es folgt eine lange Erläuterung, warum nicht, und dass er ja ganz vergessen hatte, dass…
„Aber nächste Woche Freitag könnte ich anfangen, ich habe da nämlich frei.“

Gut, denke ich, ist ja nicht so schlimm, dann werde ich eben eine Woche aus gepackten Kisten leben, es gibt größere Katastrophen auf der Welt. Am Donnerstag kommt der Anruf: „Mum, es geht doch morgen nicht, ich muss jetzt doch arbeiten und wenn wir es nächste Woche machen, dann hätte ich auch noch einen Freund zum Helfen, und dann ginge es viel schneller, bitte sei nicht böse.“
Böse? Nein, ich bin doch nicht böse. Ich bin entzückt. Ich finde es geradezu verlockend eine weitere Woche über Kisten zu stolpern und im Chaos zu leben. Es erheitert mich geradezu.
Und weil ich gerade so gut gelaunt bin, fange ich einfach mal an. Und siehe da, es klappt.

Am Sonntagabend bin ich mit Schlaf- und Wohnzimmer fertig. Auch mit mir, aber ich habe neue Farbe an den Decken und den Wänden und selbst die Schränke sind wieder eingeräumt.

Am Montag Nachmittag ruft mein Sohn an, man ahnt es schon...:-)


Bild: Rainer Sturm / Pixelio.de

Mittwoch, 07. Dezember 2011

Der Weihnachtsmann ist gestorben

Von mirabelle48, 17:59


In unserer Familie ist es, seit ich denken kann Brauch, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt. So vermittelte ich es auch meinem Sohn und er wiederum seinen Kindern.

„Der  Weihnachtsmann ist gestorben,“ verkündetenn meine beiden Enkel vor zwei Jahren einige Wochen vor Weihnachten als sie aus der Schule und aus dem Kindergarten kamen.

Na so was, ich war erstaunt, davon hatte ich weder in der Tageszeitung, noch im Fernsehen etwas gelesen, gehört oder gesehen.

Ich entschied mich, mal ernsthaft nachzufragen, wie sie darauf gekommen sind.

Dass Kinder irgendwann behaupten, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, darauf war ich vorbereitet, aber dass der Weihnachtsmann sterblich ist, das war mir neu.

„Wann ist das denn passiert?“ fragte ich also.

„Das weiß ich auch nicht so genau, muss aber schon ne Weile her sein, jedenfalls ist er gestorben!“ erklärte mir der Größere der beiden, der im Januar 8 wurde. „Ja, er war sehr alt und krank“, bekräftigt der Kleinere, der 6 Jahre alt war.

„Ach das tut mir aber wirklich sehr leid“, antwortete ich ganz ernsthaft. „Nicht nur um den armen Weihnachtsmann, auch um die Kinder, die nun gar keine Weihnachtsgeschenke bekommen.“

Darauf der Kleine: „Oma, können  die Rentiere denn mit dem Schlitten nicht auch ohne Weihnachtsmann die Geschenke bringen?“

Mühsam unterdrückte ich ein Schmunzeln und ehe ich antworten konnte übernahm das der größere Bruder: „ Du bist dumm,“ sagte er im Brustton der Überzeugung, „die Geschenke besorgen doch die Eltern und die geben sie dann beim Christkind ab, und am Heiligen Abend bringt das Christkind dann die Sachen.“

Darauf der Kleine: „Kann das Christkind denn, obwohl es ein Baby ist, schon Schlitten fahren? Und Oma, können wir den Weihnachtsmann mal auf dem Friedhof besuchen?“

Gott sei Dank nahm mir auch hier der Große die Antwort ab, indem er verkündete:“Komm, Julian, wir schreiben jetzt unsere Wunschzettel.“

Merkwürdigerweise wurden die aber an den Weihnachtsmann adressiert

Als ich verwundert fragte, warum dort steht: Lieber Weihnachtsmann, grinste der Große verschmitzt: „Oma, man weiß ja nie, vielleicht hat der Weihnachtsmann ja Kinder?“

Ich dankte insgeheim dem Großen, immerhin hatte er mit dieser Antwort dem Kleinen die Illusion noch gelassen und schmunzelnd nahm ich die kleinen und großen Wünsche meiner beiden Racker zur Kenntnis. Der eine oder andere wurde auch erfüllt.

In diesem Jahr haben sie auch wieder Wunschzettel geschrieben, adressiert vom Großen, der nun bald 10 Jahre alt ist, ebenfalls wieder an den Weihnachtsmann.

Ich fragte nach, warum nicht ans Christkind, denn der Weihnachtsmann sei doch vor 2 Jahren schon gestorben. Antwort: "Weihnachtsmann hat es nie gegeben, und das Christkind wurde doch vor über 2000Jahren geboren, Oma, glaubst du ernsthaft, dass  das noch lebt? Aber ich weiß doch, dass ihr euch freut, wenn wir noch an den Weihnachtsmann glauben".

Beim Wunschzettel des nunmehr Achtjährigen fiel mir auf, dass er ohne Anrede geschrieben war, dort stand nur: Mein Wunschzettel. Seine Antwort auf eine diesbezügliche Frage von mir war ein gequältes Grinsen und die Aussage: "Oma, soll ich ausgerechnet zu Weihnachten flunkern? Ich glaube doch nicht mehr an den Weihnachtsmann."

Tja, nun ist es also soweit, sie werden langsam groß.

 

Bild: eigenes

Sonntag, 04. Dezember 2011

Lasst uns froh und munter sein...

Von mirabelle48, 10:08


…und uns wie die Kinder freun…

Kinder sehen die Welt mit ihren eigenen Augen.
Sie schauen zum Himmel und sagen: Schau mal, diese Wolke sieht aus wie ein Haus, oder wie ein Hund oder…oder…
Sie stellen sich vor, dass wenn es regnet, die Engel weinen, oder dass die Engel beim Putzen der Himmelstüren den Eimer mit Wasser umgeschmissen haben, oder dass die Engel ganz viel Pipi machen müssen, oder…oder…
Eine Pfütze wird für sie zum Zauberspiegel, wenn sie mit einem Stock darin herumrühren und ihr Spiegelbild sich verändert.
Und Kinder glauben an den Weihnachtsmann. Sie fragen nicht danach, wie er es schafft, alle Kinder gleichzeitig am Heiligen Abend zu beschenken, sie sehen den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten und seinen Rentieren durch die Lüfte sausen und freuen sich, dass es ihn gibt…Und sie besitzen die Fähigkeit, ihre Vorstellungen real zu erleben.

Und gerade jetzt, in der Adventszeit schmunzeln wir Erwachsenen und nicht wenige von uns wünschen sich, diese kindliche Fantasie wieder zu haben, sich die Welt schön zu träumen und sich daran zu erfreuen.

Auch ich freute mich immer wieder, solche fantasievollen Erklärungen aus dem Munde meines Sohnes zu hören. Wenn es in der Vorweihnachtszeit windige Tage gab, dann erklärte er mir: Mama, das sind die Engel, die mit ihren Flügeln ganz schnell hin und her fliegen, damit sie für den Weihnachtsmann bis zum Heiligen Abend alles fertig bekommen.

Und als er einige Tage vor Weihnachten die Kondensstreifen zweier Flugzeuge sah, die sich parallel am blauen, wolkenlosen Himmel hinzogen, die sie verursachenden Flugzeuge nur als glitzernde silberne Punkte zu sehen waren, da war er ganz aufgeregt und sagte in aller Ernsthaftigkeit: Mama, schau, da ist gerade der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten entlang gefahren….

Sollte ich dem Knirps wirklich die profane Wirklichkeit moderner Technik erklären? Ich habe es unterlassen und ich bin froh darüber. 


Kopfzerbrechen bereitete mir allerdings die Frage meiner beiden kleinen Enkel vor zwei Jahren:
Oma, als du klein warst, ist da zu dir der Papa vom Weihnachtsmann gekommen???

 

Bild: eigenes

Mittwoch, 09. November 2011

Geschichten zur Geschichte

Von mirabelle48, 13:26

An das erste wichtige Ereignis kann ich mich allerdings nicht erinnern, da war ich gerade mal 2 Monate alt, das war die Währungsreform 1948.

Meine erste Erinnerung an ein „großes“ Ereignis habe ich an den März 1953. Es war der Tod Stalins. Nicht nur in Berlin, auch in Rostock wurde ihm zu Ehren ein Umzug veranstaltet. Ich war 5 knapp Jahre alt und erst  seit einigen Tagen im Kindergarten, bis dahin verbrachte ich die meiste Zeit bei meiner Oma. Es fiel mir sehr schwer, mich in den Ablauf in der Gruppe ein zu fügen  und  als wir alle uns an die Fenster stellen mussten um den Trauerzug auf der Straße aufmerksam zu betrachten,  löste das überhaupt keine Begeisterung in mir aus, im Gegenteil, die vielen Menschen auf der Straße machten mir Angst. Dass dann Tränen flossen, lag nicht daran, dass der Repräsentant unseres Bruderstaates verstorben war, sondern an der Angst, die ich hatte. Zwei Jahre später gingen meine Eltern mit mir in den Westen.

Der Tag des Mauerbaus 1961 wird immer unauslöschlich in meinem Gedächtnis bleiben, an diesem Tag erfuhr ich, dass meine Mutter schwanger war. Das 13jährige Mädchen beschäftigte diese Nachricht zunächst wesentlich mehr als die Tatsache, dass mein Vater befürchtete, es könnte einen neuen Krieg geben. Damit hatte ich keine Erfahrung und konnte mir noch nicht soviel darunter vorstellen.

Die Nachricht, dass John F. Kennedy ermordet wurde, bekam ich von meinem Vater, als ich ihm noch schnell, bevor ich in die Schule musste, eine mal wieder völlig verpatzte Mathearbeit zur Unterschrift vorlegte. Ausnahmsweise unterschrieb er  ohne mir mangelnden Fleiß vor zu werfen. Die Tragweite des Attentats erfasste ich erst,  als wir auch in der Schule dann darüber sprachen.

Die Übertragung der Mondlandung 1969 habe ich verpasst, unser Fernseher ging gerade an diesem Tag kaputt. Erst später wurde mir bewusst, welch Bahn brechendes Ereignis ich dadurch nicht live miterlebt habe.

Als 1973 wegen der Ölkrise der autofreie Sonntag ausgerufen wurde, war meine größte Sorge an diesem Tag zunächst, ob alle eingeladenen Gäste wohl pünktlich zum Taufgottesdienst für meinen Sohn erscheinen würden. Vor allen Dingen hoffte ich, die Taufpaten würden pünktlich sein. Es klappte, wenn auch knapp.

Zur Zeit der Wende 1989 lebte ich wegen einer Weiterbildungsmaßnahme während der Woche 300 km von meinem Wohnort  entfernt und fuhr nur an den Wochenenden nach Hause. Normalerweise immer am Freitag. Diesmal fielen jedoch wegen einer Erkrankung eines Dozenten am Freitag einige Stunden aus. So beschloss ich, bereits am Donnerstag, dem 9. November, zu fahren. Es ist zwar nicht ganz fair, aber ich bin den Grippeviren heute noch dankbar, dass sie ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt den Dozenten erwischten.

Sie ermöglichten es mir,  die Ereignisse zu Hause gemeinsam mit meinem Sohn am Fernseher zu verfolgen. Was wir dabei empfanden, ist schwer in Worte zu fassen und auch das hat sehr persönliche Hintergründe. Eines aber war uns klar, es war ein Ereignis, das in die Geschichte eingehen würde und wir durften es gemeinsam erleben, heute vor genau 22 Jahren.

PS.

Das Foto zu diesem Text machte ich am 30.6.1990, einen Tag vor der Währungsunion, an der Berliner Mauer. Auch ich betätigte mich als Mauerspecht, habe einen kleinen Stein heraus gehauen und mit nach Hause genommen. Ich ritzte das Datum ein und bewahre ihn seither sorgfältig auf.

Dienstag, 08. November 2011

Schrei in der Nacht

Von mirabelle48, 09:35

Was war das doch für ein wunderbarer Tag gewesen.  Wieder einmal verbrachten sie ihren Urlaub an der italienischen Adria.
Sie hatten einen Faulenzertag am Strand verbracht, und abends sich im Kreise ihrer italienischen Freunde das Endspiel der Fußballweltmeisterschaft angeschaut. Deutschland gegen Italien 1982 und das  als einzige Deutsche in dieser Runde.

Später hatten sie mit den Freunden gemeinsam den italienischen Sieg mit einer Flasche Rotwein gefeiert und als sie dann wieder in ihrem Hotelzimmer waren, hatten sie sich geliebt, zärtlich und gut, wie so oft schon in den sechs Jahren, die sie zusammen waren. Erschöpft, aber glücklich und entspannt waren sie eingeschlafen.

Durch ein lautes „Nein, Nein“ wurde sie jäh aus dem Schlaf gerissen. Dass er häufig mal unruhig schlief, sich im Bett hin und her wälzte, das war sie gewohnt.
Doch dieses Rufen voller Panik und Schrecken im Schlaf hatte sie noch nie erlebt. Er musste einen schrecklichen Albtraum haben, er schlief immer noch, aber immer wieder rief er entsetzt: „Nein, nein“, und sie sah, dass er im Schlaf weinte.

Nie hatte sie ihn weinen sehen, diesen Mann, der einundzwanzig Jahre älter war als sie, der immer souverän  war, den sie liebte und der ihr immer ein Gefühl von Geborgenheit und Vertrauen vermittelte.
Sanft weckte sie ihn. Und den Rest der Nacht redete er.

Siebzehn Jahre alt war er, als er für Führer und Vaterland  1943 in den schrecklichen Krieg geschickt wurde, sehr schnell an die Ostfront. In einem Alter, in dem junge Menschen heute gerade die Schule beenden, sich um einen Ausbildungsplatz bemühen, in Discos tanzen, erste Lieben erleben, sah er Kameraden sterben, musste selbst töten, um nicht getötet zu werden und geriet in russische Gefangenschaft.

Vier lange, entbehrungsreiche Jahre in einem Gefangenenlager in Sibirien mit Elend, Hunger und Tod aber dem unbändigen Willen, es zu schaffen, eines Tages wieder nach Hause zu kommen, Eltern und Geschwister wieder zu sehen.

Ein Schicksal, das er mit unzähligen anderen Soldaten teilte, letztendlich aber froh, es überlebt zu haben und tatsächlich 1949 in seine Heimatstadt zurückkehren zu können.
Dreiundzwanzig war er nun, nur wenige Freunde seiner Kinder- und frühen Jugendzeit waren noch da, viele waren gefallen oder es hatte sie in andere Gegenden verschlagen.
Mit denen, die er traf, versuchte er die schrecklichen Jahre zu verdrängen. Man ging am Samstag gemeinsam in die nach und nach entstehenden Tanzcafes, tanzte zu amerikanischen Jazzrhythmen, trank, soviel man eben vertragen konnte und schleppte so manches Mädel ab, jedes Mal ein anderes, man hatte so vieles nachzuholen.
Montags bis freitags der brave Sohn, der arbeiten ging und fleißig war, am Wochenende der große Aufreißer.

Lebensfreude pur, hätte es da nicht die Nächte gegeben, in denen die Schatten des Erlebten ihn einholten. Dass er nur auf dem Boden schlafen konnte, weil das Bett ihm fremd geworden war,  er sich die Ohren zuhielt, weil er Schreie verwundeter und sterbender Kameraden hörte und glaubte, sie auf diese Weise leiser werden zu lassen, die Hände auf die Augen legte, weil ihn die aufblitzenden Mündungsfeuer von Gewehren blendeten, unter der Decke Schutz vor detonierenden Granaten suchte, schrie vor Angst und Entsetzen, um dann schweißgebadet aufzuwachen und zu erkennen, er hatte es überlebt.

Grausam waren sie, diese Nächte, doch der Tag verscheuchte die Vergangenheit, ließ ihn wieder zu einem funktionierenden Mann werden. Zielstrebig im Beruf, ehrgeizig den Erfolg suchend, freizügig und lebenshungrig in seiner Freizeit, alle sich bietenden Annehmlichkeiten aufsaugend.

Seltener wurden sie mit den Jahren, diese dunklen Nächte mit ihren schwarzen Schatten, immer seltener, ebenso wie sich sein Lebenshunger in normalere Bahnen zurück bewegte.
Seit  einigen Jahren glaubte er, sie besiegt zu haben, die Dämonen der Vergangenheit, doch heute hatten sie ihn mal wieder heimgesucht.

Sie hielt ihn in ihren Armen und hatte fassungslos zugehört, ohne ihn zu unterbrechen. Niemals vorher hatte er ihr von dieser Zeit erzählt, und er tat es auch danach in den folgenden vierundzwanzig gemeinsamen Jahren niemals mehr.

Aber er hat auch niemals mehr im Traum geschrieen.



Bild: dunkelklang / pixelio.de

Samstag, 05. November 2011

Ein Zimmer für Herrn K.

Von mirabelle48, 10:40

Wie immer war es dringend, äußerst dringend.

Alle Anträge auf einen Heimplatz in unserem Haus waren dringend, zumal wir eine Facheinrichtung waren zur Betreuung von an Demenz erkrankten Senioren, die körperlich durchaus noch fit waren.

Hinter jedem „Antrag zur Heimaufnahme“ stand eine Notlage. Sei es, dass die Patienten aus der Klinik entlassen werden sollten und niemand die Rund-um-die–Uhr-Betreuung übernehmen konnte, sei es, dass die bisher pflegenden Ehegatten selbst alt und am Ende ihrer Kräfte waren.  Und wie immer, wenn ich einen Platz zu vergeben hatte, wollte ich die infrage kommenden neuen Mitbewohner kennen lernen,  schließlich war es nicht nur für sie, sondern auch für die bereits in unserem Haus lebenden Bewohner wichtig, dass sie zueinander passten. Meist besuchte ich die zukünftigen Bewohner dort, wo sie gerade lebten, häufig aber kamen sie auch in Begleitung der sie betreuenden Personen zu uns ins Heim.

Heute ging es um den 78jährigen Herrn K. Aus den Akten wusste ich, dass er nach seiner stationären Behandlung in der Geronto-Psychiatrie von seiner 72jährigen Ehefrau zu Hause versorgt wurde. Kinder, die sie hätten unterstützen können, hatten sie nicht. Die Alzheimer-Erkrankung war immer weiter fortgeschritten und nun war Frau K. am Ende ihrer Kraft.

Als ich das Ehepaar sah, wusste ich warum. Frau K. war eine kleine, zierliche Frau, der das Gehen offensichtlich schwer fiel,  Herr K. ein 1,90m großer, kräftiger Mann, der sportlich durchtrainiert wirkte. Aus den Unterlagen wusste ich, dass er bis vor ein paar Jahren ein begeisterter Wanderer gewesen war. Überhaupt war er eine imposante Erscheinung. Er hatte volles, silbrigweißes Haar und ein lustig listiges Funkeln in seinen Augen. Als ich ihm die Hand zur Begrüßung reichte, deutete er einen Handkuss an. Ich war verblüfft.

Frau K. lächelte etwas gequält. „Das hat er immer schon bei jungen Frauen so gemacht,“ sagte sie, „seinen Charme hat er trotz der Krankheit nicht verloren. Er war auch früher ein echter Schwerenöter. Aber er kann leider nur noch zusammenhanglose Worte sprechen“.

„Herr K.“, wandte ich mich nun an ihn, „ich würde Ihnen gern unser Haus zeigen. Und vielleicht  gefällt es Ihnen ja bei uns?“ „Ja, ja, ja“, antwortete er. Ich hatte Mühe bei dem Rundgang, seinen forschen Schritt etwas zu bremsen, damit Frau K. uns folgen konnte. Und jedes Erklären, jede Frage beantwortete Herr K. mit einem „Ja, ja, ja“. Offenbar hatte er die Fähigkeit zu sprechen, weitestgehend verloren.

Als wir uns der Wohngruppe näherten, in die er eventuell einziehen sollte, hörten wir, dass dort gerade gesungen wurde und die Musiktherapeutin begleitete auf der Gitarre. Herr K. beschleunigte seine Schritte und schaute interessiert zu. Als das Lied beendet war, ging er auf die Therapeutin zu, nahm ihr die Gitarre aus der Hand und fing an zu spielen. Und fast ohne im Text zu stolpern sang er die erste Strophe von „Das Wandern ist des Müllers Lust“.

Mit einem charmanten Lächeln, einer angedeuteten Verbeugung und einem „Ja,ja,ja“ reichte er ihr die Gitarre zurück.

Am nächsten Tag wurden seine Möbel und seine eigene Gitarre angeliefert und er zog bei uns ein. Und mit Gitarre wanderte er, solange seine Körperkraft es zuließ, bei Wind und Wetter durch unseren großen Garten.

Frau K. unterzog sich endlich einer Hüft-Operation und besuchte nach ihrer Reha ihren Mann täglich.

 

Bild: eigenes

Samstag, 29. Oktober 2011

Warum ich keine Frau bin

Von mirabelle48, 16:38


Ich bin immer wieder fasziniert von  kindlicher Logik.

Schon für erwachsene Kinder sind die Eltern doch meist geschlechtslose Wesen, die als Mutter und Vater schon noch wahrgenommen werden, aber doch beileibe nicht als Frau und Mann.

Wie viel mehr erst muss es die Enkelkinder verwirren, dass Großmütter und Großväter eben auch Männer und Frauen sind. Meine Enkelkinder sind jetzt 5 und 7 Jahre alt, sie wissen, dass ich ihre Oma bin, sie haben auch begriffen, dass ihr Vater mein Sohn ist, aber sie nehmen uns eben nur in unserer Funktion wahr.

Oder wie soll ich mir sonst folgenden Dialog erklären:

„Oma, Papas müssen immer arbeiten. Warum arbeitest du nicht?“

„Weil ich schon sehr lange in meinem Leben gearbeitet habe, und es jetzt nicht mehr brauche. Ich bekomme jetzt Rente.“

„Wenn Papa alt ist, bekommt er dann auch Rente?“

„Ja, wenn er Glück hat,“ antwortete ich etwas nachdenklich und erwarte eigentlich die Frage: „Oma, was ist Rente?“ Und ich  fange schon an, darüber nach zu denken, wie ich das mit dem Glück haben gemeint habe. Schließlich ist er ja für politische Überlegungen noch etwas zu klein.

Aber nein, weit gefehlt. die Gedanken meines Enkels gehen in eine ganz andere Richtung.

„Oma, Papa arbeitet im Büro. Wenn ich ein Mann bin, möchte ich auch im Büro arbeiten. Mama arbeitet auch, aber nicht im Büro, die ist ja auch eine Frau. Oma, als du noch eine Frau warst, was hast du da gearbeitet?“

Mir bleibt zunächst die Spucke weg. Als ich noch eine FRAU war??? Um Himmels Willen, was bin ich denn wohl jetzt? Das muss ich jetzt aber genau ergründen.

„Sag mal, wieso denkst du, dass ich eine Frau WAR? Ich BIN doch eine Frau“.

Kurzes Nachdenken, bei meinem Enkel, und dann seine Sicht der Dinge:

„Nein, jetzt bist du keine Frau, du bist eine Oma !!!“

„Ja aber eine Oma ist doch auch eine Frau,“ entgegne ich hilflos.

„Nein,“ kommt es nicht gerade sehr charmant zurück. „Omas sind alt.“

Tja, was sagt man dazu? Ich nehme es zur Kenntnis und verkünde  hiermit nachdrücklich allen Großmüttern und Großvätern: Ihr seid alle geschlechtsneutral und alt. Basta.

Montag, 17. Oktober 2011

An Abenden wie diesem

Von mirabelle48, 22:32

...lausche ich voller Dankbarkeit deinen tiefen, gleichmäßigen Atemzügen, die in meinen Ohren wie Musik klingen.

Geschafft. Dein Lieblingsmärchen zur Zeit, Peter Pan, ist vorgelesen, du liebst es immer noch, wenn ich dir vorlese, obwohl du mittlerweile selbst gut lesen kannst.

Alle Fragen, die du jedes Mal wieder stellst, um den Schlaf noch ein wenig hinauszuzögern, sind gefragt, alle Antworten von mir gegeben.  

Du hast dich mit einem wohligen Seufzer auf die rechte Seite gedreht  und bist eingeschlafen. Fest umklammerst du deinen kleinen Pinguin, der dich Zeit deines Lebens bereits begleitet.

Undenkbar ohne dieses kleine Stückchen gefüllten Frotteestoff zu schlafen. Ein Fremder wäre kaum in der Lage, dieses seltsame Etwas als Pinguin zu identifizieren, so oft, wie er bereits gewaschen wurde. So oft wie du ihn mir bereits in die Hand drücktest mit den Worten: „Pingu hat Aua, Oma wieder gesund machen.“ Fast keine Naht, die ich nicht nach nähen musste, weil du mit deiner großen und groben Liebe und Zärtlichkeit ihn ständig irgendwo verletztest. Und auch jetzt drückst du ihn wieder rau aber ganz lieb an dich, als hättest du Angst, dass ihn dir jemand wegnimmt.

Aufmerksam lausche ich an Abenden wie diesem deinen gleichmäßigen Atemzügen, dankbar nicht mehr immer in Hab-Acht-Stellung deinen Schlaf bewachen zu müssen, wie in jenem  Sommer  vor  acht Jahren.

Wieder, zum wievielten Mal eigentlich, quälte dich eine spastische Bronchitis, dein Atem rasselte, das Fieber stieg bedrohlich an. Deine Mama und ich waren mit dir nachmittags noch beim Arzt gewesen, Medikamente waren besorgt und du hattest sie bekommen, alles sollte gut werden, sagte der Arzt.

 Deine Mama war mit deinem Bruder hoch schwanger, in einigen Wochen sollte er geboren werden. Sie brauchte ihren Schlaf. Also übernahm ich es,  deinen Schlaf zu bewachen. Ich hatte dich im Arm, dich und deinen Pinguin, fast sitzend hielt ich dich, um dir das Atmen zu erleichtern.

 Ein oberflächlicher Schlaf, mit Atemgeräuschen die an rasselnde Ketten erinnerten, und dann plötzlich Stille. Bedrohlich, Angst einjagend, Panik auslösend. Eine Ewigkeit scheinend. 112 wählte ich, kaum in der Lage, Adresse und Grund des Notrufs vernünftig zu vermitteln.

 Beobachtend, horchend, da, wieder ein kurzes Rasselgeräusch, dann wieder Stille.

 Wie lange? Ich weiß es nicht, nur dass das fiebrige Rot deiner Haut sich in ein mir Angst einflößendes  Blau verwandelte, ich gleichzeitig das Signal des Krankenwagens hörte und dich erleichtert dem Notarzt in den Arm legte der dich sofort mit Sauerstoff versorgte und dir Cortison spritzte.

 Dann erst weckte ich deine Mama und fuhr mit dir ins Krankenhaus. Und natürlich kam Pingu  mit.

 Geschafft. Du hast es geschafft. Und die Ursache der häufigen Bronchitiden mit diesen bedrohlichen  asthmatischen Anfällen fand dann ein Allergologe heraus: Es waren unsere Katzen, die wir dann ganz schnell in liebe Hände abgaben.

 Und ja mein kleiner Großer,  jetzt bald Zehnjähriger, der immer noch nicht ohne seinen Pingu schlafen kann, deshalb sitze ich so oft und gern an Abenden wie diesem an deinem Bett und lausche  voller Dankbarkeit deinen tiefen, gleichmäßigen Atemzügen, die in meinen Ohren wie die schönste Musik klingen.

Samstag, 15. Oktober 2011

Du bist etwas ganz Besonderes

Von mirabelle48, 17:54

Es war 1 Woche vor deinem errechneten Geburtstermin. Warum es so war, weiß ich nicht mehr, aber ich entschloss mich, Überstunden abzubauen und war dadurch schon um 15.00 Uhr zu Hause.

Deine Mutter traf ich weinend dort an. Eine werdende Mutter sollte nicht weinen, sie sollte sich freuen und glücklich sein. Als sie mir sagte, dass sie starke Schmerzen hatte, die aber keine Wehen waren, rief ich deinen Vater an und sagte ihm ich würde deine Mama jetzt sofort ins Krankenhaus fahren. Er wollte dann sofort dorthin kommen.

Deine Mama erzählte mir auf der Fahrt unter Tränen, dass du heute erschreckend ruhig in ihrem Bauch warst. Ja, mein Lieber, ansonsten hast du immer sehr heftig getreten und geboxt, wir schlossen daraus, dass du entweder mal ein richtig guter Fußballspieler oder ein berühmter Boxer werden würdest. Diese Ruhe war bestimmt kein gutes Zeichen.
Leider war sie es wirklich nicht. Das CTG verzeichnete nur ganz schwache Herztöne von dir.

Eile war geboten, sie komplimentierten mich aus dem Kreisssaal und bereiteten alles für einen Notkaiserschnitt vor. Dein Papa schaffte es gerade rechtzeitig, um deine Mama in den OP zu begleiten. Und ich stand auf dem Flur davor, machte mir große Sorgen um euch beide und dachte an deinen „großen Bruder“, der mit seinen 18 Monaten doch auch noch ein Winzling war und jetzt von der Nachbarin betreut wurde.

Kleiner Mann, wir alle haben dich die ganze lange Zeit freudig erwartet. Dein Papa war stolz, dass er einen zweiten  Sohn bekommen sollte, deine Mama war voller Zärtlichkeit für dich und dein Brüderchen strich täglich neugierig über den sich immer stärker wölbenden Bauch deiner Mama und sagte strahlend „Baby“.

Tja, und ich, deine Oma freute sich mit ihnen, machte mir jedoch auch Sorgen, nicht zuletzt um die finanzielle Zukunft der kleinen, nun größer werdenden Familie. So sind sie, die Großmütter, mein Kleiner, sie denken oft etwas realistischer, weil sie selbst schon so einige Erfahrungen in ihrem Leben gesammelt haben.

Dann hörte ich die Sirene eines Krankenwagens und einige Augenblicke später eilten Männer mit einem Inkubationsbett an mir vorbei in den OP-Flur und mir war klar, dein Start in diese Welt war kein normaler.

Und wieder hieß es warten, wie mir schien endlos lang. Doch dann kam eine der Schwestern aus dem OP und ich durfte zu deinen Eltern. Deine Mutter lag schon in wieder in ihrem Bett im Vorraum und sie schlief. Dein Vater nahm mich leichenblass mit Tränen in den Augen in die Arme und sagte: „Ach, Mama, drück die Daumen, dass es gut ausgeht“, und er zitterte dabei.


Einen ganz kurzen Blick konnte ich auf dich werfen, bevor sie dich in die Intensivstation der Kinderklinik brachten, ein winziges Etwas, das ich vor lauter Schläuchen kaum ausmachen konnte, aber mein zweiter Enkel.

Dann endlich hatten die Ärzte Zeit, mit uns zu sprechen. Vielleicht hast du im Bauch deiner Mama viel zu wild herumgeturnt, jedenfalls hattest du dir die Nabelschnur mehrmals um den Hals gewickelt und als die Ärzte dich aus dem Bauch deiner Mama holten, schlug dein Herz nicht mehr. Aber sie reanimierten dich. Und du hast wohl kräftig mit gekämpft, sie schafften es, dich ins Leben zurück zu holen. Doch niemand wusste genau, wie lange du schon klinisch tot warst, sicher nur kurz, aber alle machten sich jetzt große Sorgen um dich.
Nur deine Mama noch nicht, die schlief noch.

Doch du zeigtest es uns allen. Nach 2 Tagen bereits brauchtest du nicht mehr beatmet zu werden, weitere 5 Tage später konntest du die Intensivstation verlassen und als du auch gelernt hattest, selbst zu trinken, da durftest du nach Hause.
Und mit jedem Monat, den du älter wurdest, zeigtest du uns, was für ein Dickkopf du bist.

Ein kräftiger Junge, der immer bis an die Grenzen geht. Dem kein Baum zu hoch, kein Graben zu breit ist. Der uns jeden Tag erneut zu verstehen gibt, dass er stark ist, eben eine richtige Kämpfernatur, manchmal auch voller Jähzorn, wenn etwas nicht auf Anhieb so klappt, wie er es sich vorstellt. Meist jedoch fröhlich und liebenswert und lernbegierig.

Und während ich auf den Kuchen, den ich für deinen morgigen Geburtstag gebacken habe, eine "8" male, kommt mir wieder in den Sinn: Ja, kleiner Mann, du bist etwas ganz Besonderes.

Donnerstag, 13. Oktober 2011

Nur so

Von mirabelle48, 21:30

Jutta, meine beste Freundin, kannte fast kein anderes Thema, seit sie in der neuen Firma arbeitete. Ob wir über Musik, Theater oder Mode sprachen, ob wir über Männer oder unsere Nachbarn tratschten, stets begannen ihre Statements mit: „Erich hat auch gesagt“, oder „Erich findet das auch gut“, oder „Erich würde das nie tun“.

Meine Güte, ich konnte es kaum noch hören. Erich konnte alles, wusste alles, war charmant, dennoch nie aufdringlich, hatte einen tollen Humor, niemals jedoch würde er einen zotigen Witz reißen, niemals die Kolleginnen anbaggern, wie die anderen männlichen Kollegen in ihrer Abteilung, nein, Erich war einfach unfehlbar.

Mit der Zeit wusste ich, wo du wohntest, welches Auto du fuhrst, wo du deinen Urlaub verbrachtest, was deine Lieblingsgerichte in der Kantine waren, dass du in deiner Freizeit dich ehrenamtlich im Fußballverein unseres Vorortes engagiertest, alle 4 Wochen zum Kegeln gingst und, dass du gegen Juttas Annährungsversuche offensichtlich immun warst. Und irgendwie, nur so, hatte ich nach einiger Zeit den Wunsch, dieses Prachtexemplar von Mann mal persönlich kennen zu lernen.

Nur so

gingen Jutta und ich dann eines Abends in die Kneipe, in der du deinen Kegelabend hattest. Nur so setztest du dich danach mit einem Kegelbruder zu uns an den Tisch. Nur so unterhielten wir uns prächtig und nur so kam es mir vor, als seiest du ein alter Bekannter von mir.

Nur so

trafen wir uns von da an häufiger, schließlich war ich noch nicht geschieden. Und etwas anderes als Freundschaft wollten wir damals auch nicht. Nur so, mehr nicht.

Nur so

warst du für mich da, als ich geschieden wurde, nur so hast du mir über die schwerste Zeit meines Lebens geholfen, als mein Sohn zunächst bei seinem Vater blieb.

Nur so

irgendwann, wurde Liebe daraus. Fast 30 lange Jahre lang, mit allem, was dazu gehört. Mit wunderbaren Glücksmomenten, mit heftigen Stürmen, die manchmal Orkane wurden, manchmal aber auch nur im Wasserglas tobten. Bis dann irgendwann gar kein Wind mehr aufkam und das Meer fast ohne Wellenbewegung blieb. Wir spürten, dass es vorbei war und wir trennten uns, nur so.

Und gerade heute denke ich an dich, nur so.