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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Du befindest dich in der Kategorie: Verdichtetes

Freitag, 17. August 2018

Fliegen

Von mirabelle48, 13:10

Wie ein Vogel in die Luft erheben,

unbeschwert bis hin zum Himmel schweben,

mit den Kranichen nach Süden ziehen

allen Ängsten, Sorgen, Streit entfliehen,

 

Wie ein Helium gefüllter Luftballon

flöge ich auch gern einmal davon.

Oder wie im Herbst ein welkes Blatt,

das der Baum vorm Haus verloren hat.

 

Möcht‘ auch mal auf Schäfchenwolken reiten

über Menschen, Länder, Ozeane gleiten.

Nur von Sommerwinden angeschoben

säße ich auf weichen Wolken oben.

 

Neuland hinterm Horizont erkunden,

schwerelos im All die Welt umrunden,

Diese Reisen, oft schon macht' ich sie

auf den Flügeln meiner Fantasie.

Sonntag, 08. Juli 2018

Vorbei

Von mirabelle48, 12:47

Vorbei die Zeit der unbeschwerten Kindertage,
denn das, was schwer war, trug ich gern für dich,
auch wenn ich dich nicht mehr auf meinen Armen trage,
zu groß und auch zu schwer bist du für mich.

Vorbei die ersten Schritte auf dem Weg ins Leben,
vertrauensvoll gemacht an meiner Hand.
Ich konnte dir nicht viel, nur Liebe geben,
doch sie war es, die uns ganz fest verband.

Vorbei die Schulzeit, die dich oft betrübte,
im Rückblick jedoch eine schöne scheint,
wenn ich mit dir für manche Arbeit übte,
lästig für dich, doch ich hab's gut gemeint.

Vorbei die Zeit unendlich vieler Fragen,
die du mir stets voll Neugierde gestellt.
Kannst nun allein das Abenteuer wagen,
entdeckst für dich dir deine eig'ne Welt.

Vorbei - doch eines bleibt so wie in Kindertagen:
Wenn du mich brauchst bin ich für dich bereit...
Dann darfst du gern auch zukünftig mich fragen,
denn meine Liebe bleibt dir allezeit.

Für Jan

Mittwoch, 04. Juli 2018

Sehnsucht

Von mirabelle48, 18:06

Vorbei ist nun der laute Tag.

Es folgt die Stille, die ich mag.

Auf leisen Sohlen und ganz sacht

Umfängt mich jetzt die dunkle Nacht.

 

Kummer und Streit beiseite räumen,

und in der Stille kann ich träumen

von Sternen, die ich niemals sah,

unendlich fern, doch greifbar nah;

 

von Menschen, die nach Frieden streben,

die nicht im Egoismus kleben,

die teilen können, was sie haben,

statt sich nur selbst am Quell zu laben.

 

Von Kindern, die noch Liebe fühlen,

statt dass sie mit Gewehren spielen.

Von Eltern, die nicht fliehen müssen,

damit nicht andre  sie erschießen;

 

von Alten, denen bleibt die Würde,

die nicht betrachtet nur als Bürde;

von Frevlern, denen man vergibt,

weil man die Frevler dennoch liebt.

 

Und durch des bleichen Mondes Licht

da seh ich plötzlich ein Gesicht,

und jählings will es mir erscheinen,

es bleibt nicht nur bei diesem einen.

 

Viel Sehnsuchtsvolle sicherlich,

die Träume haben, so wie ich.

Und doch, die Nacht vergeht so schnell.

Schon wird es draußen wieder hell

Vorbei, die Stille, die ich mag,

erneut beginnt ein lauter Tag.

Samstag, 16. Mai 2015

Hör nicht auf ihn

Von mirabelle48, 19:43

Er will dich betören

ihn doch zu erhören,

er will dich belehren,

lautstark  dich bekehren

Treue ihm zu schwören,

deine Schritte lenken,

mit ihm Fahnen schwenken,

mit schon all den Vielen

"Fremde raus" zu brüllen.

Folgst du seinen Reizen,

wird er dich verheizen.


Du fragst, wer das ist?

Ein Propagandist.

Freitag, 02. Januar 2015

Rattenfänger

Von mirabelle48, 11:09
                          Rattenfänger


Wie in längst vergangner Zeit,

die ich überwunden fand,

ziehen wieder mal auch heut

Rattenfänger durch das  Land.

 

Redlich kommen sie dir vor.

Ihrer Pfeife Melodie,

schmeichelnd geht sie dir ins Ohr

und schon singst du mit wie sie.

 

Schwenkst begeistert ihre Fahnen

folgst mit festem Schritt und Tritt,

ziehst mit ihnen deine Bahnen,

grölst ihre Parolen mit.

 

Stolz zeigst du die Transparente

„Hier ist nicht für Fremdes Platz“

Taub bist du für Argumente.

Deine Angst bewirkt die Hatz.

 

Es ist recht, zu protestieren,

wenn kein Rattenfänger führt;

denn sonst kann es schnell passieren,

dass daraus ein Gasmann wird.



Copyright: Sibylle Engel

Sonntag, 30. November 2014

1. Advent

Von mirabelle48, 12:21



Vorweihnachtlich das Heim geschmückt,

Adventskalender süß bestückt,

Lichter dekoriertes Grün,

hängte ich ans Fenster hin,

 

auch aus Holz die Weihnachtsstadt,

die man noch vom Vorjahr hat

und die allen so gefällt,

habe ich schon aufgestellt.

 

Heimelig zieht durch die Luft

Zimt- dazu Bratapfelduft,

auf dem Tannenkranz da brennt

das erste Licht. Es ist Advent.

Freitag, 28. November 2014

Herbstliches

Von mirabelle48, 09:28

 

Wenn sich vorm Haus der Baum im Sturme biegt,

sein Laub als bunter Teppich auf dem Boden liegt,

wobei ein einz‘ges allerletztes Blatt

erfolgreich bisher standgehalten hat,

um dennoch morgen schon mit goldnem Glänzen

die Farbenpracht des Teppichs zu ergänzen;

 

wenn Eckern, Eicheln unter Schuhen knacken,

Kastanien treffen schmerzend mich im Nacken,

wenn Morgennebel träge aus den Wiesen steigt,

bevor sich siegreich später doch die Sonne zeigt;

 

wenn alle Nüsse, die es wo entdeckt,

das Eichhörnchen als Vorrat schnell versteckt,

der Igel mit instinktlichem Gespür

sich für den langen Schlaf baut sein Quartier;

 

wenn Menschen wieder drehen an der Uhr,

wenn gähnend müde und behäbig  die Natur,

dann mach auch ich mich herbstlich schon bereit

für eine lange dunkle Winterzeit 

und wünsche mir, demütig und zufrieden:

Es seien mir viel Herbste noch beschieden.

Montag, 13. Mai 2013

Mai

Von mirabelle48, 13:19


Frisches  sattes  Maiengrün

nach der Maienregendusche

malt mit seiner Maientusche

Meister Maienfrühling hin.

 

Maienmensch wird nie gelingen,

wenn er tausend Farben hätte

auch auf seiner Farbpalette,

solches Grün auf’s Blatt zu bringen.

 

Darum seine Maienaugen

öffne Maienmensch ganz weit,

um zu dieser Maienzeit

sattes Maigrün aufzusaugen.

Sonntag, 31. März 2013

Gegendarstellung

Von mirabelle48, 12:28

Heut Nacht begann die Sommerzeit,
dabei ist kalter Winter.
Der Frühling ist noch endlos weit,
versteckt sich feig dahinter.

Sein  "blaues Band" hat er verloren,
ich bin total verdattert.
Mit roter Nas und kalten Ohren
frag ich mich wo es "flattert"?


Von wegen "wohlbekannter Duft"
und dass die "Veilchen träumen" schon.
Schneeflocken wirbeln durch die Luft,
verschlucken jeden "Harfenton".

Herr Mörike, ich frage Sie:
Als sie den Text geschrieben,
hat da wohl ihre Fantasie
nur Schabernack getrieben?






Sonntag, 17. März 2013

Tränen

Von mirabelle48, 20:49




Lass mich eintauchen

in den See deiner ungeweinten Tränen,

bevor du darin ertrinkst.

Weine mein Kind

an meiner Schulter.

 

Tauche du ein

in den See meiner unendlichen Liebe zu dir

und in dein erstes zaghaftes Lächeln

weine ich dann –

Freudentränen...

 

Donnerstag, 06. Dezember 2012

Ohne Titel

Von mirabelle48, 12:46





Gern würde ich heute bei dir sein,

doch bleibt mir nur, an dich zu denken.

Heut gehst du deinen Weg allein,

kann dir nur gute Wünsche schenken.




Würd gerne herzhaft mit dir lachen,

wie wir es häufig schon getan,

weil über ganz verückte Sachen

ich mit dir herrlich blödeln kann.




Auch gern mit dir gemeinsam weinen,

wenn du verzagt und traurig bist,

weil doch der Kummer, will mir scheinen,

geteilt nur halb so schwer noch ist.




Nur heut bist du allein mein Freund,

mach's gut, ich denk an dich.

Bald wird wieder gelacht, geweint,

das wird so, sicherlich!!

Freitag, 16. November 2012

Hebelwirkung

Von mirabelle48, 08:51



Die ganze Welt aus ihren Angeln heben,

verändern ihr oft hässliches Gesicht,

ihr einen anderen Verlauf zu geben,

hielt ich als junger Mensch für meine Pflicht.

 

Mit Feuereifer ging ich auf die Suche

nach einem  Hebel, um ihn anzubringen,

las damals auch in manchem schlauen Buche,

doch wollte es mir nicht so recht gelingen.

 

Was immer ich als Hebel ausprobierte,

die Welt blieb weiterhin auf ihrer Bahn

und das  für mich zu der Erkenntnis führte,

dass ich die Welt so niemals ändern kann.

 

Die Hebelwirkung nur Erfolg verspricht,

wenn ich den wahren Ansatzpunkt erkenne,

weil ohne ihn mir jeder Hebel bricht

und ich mich immer wieder nur verrenne.

 

Heut dreh ich nicht mehr nutzlos meine Runden,

das Ziel heißt nicht: Welt, bitte ändre dich.

Ich habe das Versteck herausgefunden:

Der Hebel und der Ansatzpunkt bin ich.

 


Montag, 05. November 2012

Auf Beutefang

Von mirabelle48, 15:05

Er steht drohend da und er wittert schon Beute

verbreitet bei ihr Angst und Hilflosigkeit,

er wird sie auch kriegen, wenn auch noch nicht heute,

zum Abholen ist es noch lang nicht die Zeit.

 

Auch wenn er geklopft hat und Einlass begehrt

und Vorboten schickte, er bleibt außen vor,

heut wird ihm noch gänzlich der Zutritt verwehrt,

und freiwillig öffnet sie ihm nicht das Tor.

 

Die Beute besinnt sich, fängt an, sich zu regen,

Angst, Hilflosigkeit weichen  Stärke und Mut,

gemeinsam mit Freunden stemmt sie sich dagegen.

Vorerst bleibt er draußen, schäumt er auch vor Wut.

 

Wenn es an der Zeit ist, dann darf er sie holen.

Zwar ist er wahrscheinlich auch dann nicht willkommen,

doch hat er letztendlich noch Jeden gestohlen,

und ohne zu fragen in sein Reich mitgenommen.

 

Für meinen Freund M.B.

Freitag, 26. Oktober 2012

November

Von mirabelle48, 12:57

Der Herbst den Winter bald gebiert,

um mich herum, wo ich auch schau,

statt Farbenspiel novembergrau,

mich friert.

 

Der Bäume Äste fast schon kahl.

Verzweifelt wehrt sich noch ein Blatt,

das bisher standgehalten hat,

vorm Fall.

 

Nicht lange mehr, dann wird das Laub,

bunt angemalt von der Natur

- wenn auch für ein paar Wochen nur -

zu Staub.

 

Rings um mich her Vergänglichkeit,

doch tröstlich ist für mich das Wissen,

es braucht, bis wieder Knospen sprießen,

nur Zeit..

 

 

 

 

Dienstag, 23. Oktober 2012

Herbstabend

Von mirabelle48, 11:09


Sanft gleitet in den Abend schon der Tag,

ganz zärtlich hüllt ihn ein die  Dämmerung.

Der Wind  geht schlafen, weil er nicht mehr mag.

Im Startblock sitzt die Nacht schon auf dem Sprung.

 

Und wie auf eine wundersame Weise

kommt des vergangnen Tages Lärm zur Ruh,

da wird die Welt um mich herum ganz leise,

das Kerzenlicht deckt laute Töne zu.

 

Ich  mag sie, diese Zeit der blauen Stunde,

zum Innehalten lädt sie mich stets ein,

macht, dass die kranke Seele mir gesunde

und plötzlich werden alle Sorgen klein.