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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Samstag, 11. August 2012

Karussell

Von mirabelle48, 12:32

Ohne einen Chip zu lösen

nur mit einem Freifahrtschein

ist es plötzlich da gewesen,

stieg ganz ungebeten ein.

 

Macht sich täglich breit und breiter

okkupiert das Karussell.

Unentwegt dreht es sich  weiter,

manchmal langsam, manchmal schnell.

 

Doch auch wenn ab jetzt das Alter

mit dir seine Runden dreht,

erst wenn einst wer drückt den Schalter,

stoppt das Karussell und steht.

Sonntag, 05. August 2012

Olympia - Dabei sein ist alles?

Von mirabelle48, 12:38


Hunderte von Top-Athleten
sind in London angetreten,
um im Wettstreit sich zu messen.
Auf den Sieg sind sie versessen.
Gold ist für sie sehr begehrlich
doch es kriegen, arg beschwerlich.

Nur dabei sein alles sei

dachte man einst frank und frei.
Für die Sportjugend der Welt
hat die Ehre nur gezählt
und zum Lohn, ganz ohne Glanz,
gab's nur einen Lorbeerkranz.

Doch das ist Vergangenheit,

denn es zählt in unsrer Zeit
für den Sportler nur das Gold,
was er bei Olympia holt.
Erster sein um jeden Preis
darauf ist er heute heiß.

Wenn's auch für ihn selber schlecht,

jedes Mittel ist ihm recht
und so führt zur Akzeptanz
manch verbotene Substanz,
wenn er, nur aus eigner Kraft,
das begehrte Ziel nicht schafft.

Wenn er jedoch hat gesiegt

und die Goldmedaille kriegt,
Massen ausbrechen in Jubel,
rollt für ihn ganz schnell der Rubel.
Wenigstens bis in vier Jahren
andere noch besser waren.
.

Samstag, 04. August 2012

Immer wenn du Geburtstag hast...

Von mirabelle48, 22:42


 

...werde ich sentimental, je älter du wirst, je mehr.

Ist es wirklich schon mittlerweile 39 Jahre her, dass man mir ein kleines schreiendes Bündel in den Arm legte und ich kaum glauben konnte, dass dieses Wunder mir passiert war?

Deinen Protest gegen das Verlassenmüssen deines warmen Nestes nahm ich mit großer Freude und unbändigem Stolz wahr.

War es nicht erst vor kurzem,

  •  dass du das erste Mal „Mama“ sagtest?
  • dass ich dich trösten durfte, wenn du bei deinen ersten Gehversuchen   wieder mal hingefallen bist und dann weintest?
  • dass du das Wort "Nein" entdecktest?
  • dass bei deinen ersten Essversuchen ohne meine Hilfe, dein Gesicht von der Stirn bis hin zum Hals mit Schokocreme oder Marmelade beschmiert war?
  • dass du mir den Spinat, den du so gar nicht zu mögen schienst, über meine neue Bluse spucktest?
  • dass du, wenn du etwas ausgefressen hattest, ich dahinter kam, du erstaunt fragtest, woher ich das denn nun schon wieder wüsste?
  •  dass ich dir dann erklärte,  dass Mütter überall Augen haben und sogar durch Wände sehen könnten?
  • dass ich mich um dich fast zu Tode ängstigte, als du die Masern hattest und  drohtest, am Masernkrupp zu ersticken? Nächtelang ich nicht schlief und deinen schweren Atem beobachtete?
  • dass du im Kindergarten dich im Spielzeugschrank verstecktest und die gesamte Betreuerschar dich stundenlang suchte, weil du darin eingeschlafen warst?
  •  dass wir gemeinsam die schwere Zeit bewältigten, als dein Vater starb? 
  • dass ich dann irgendwann erkennen musste, dass ich nicht die Einzige war, die du liebtest, sondern deine Liebe mit anderen weiblichen Wesen teilen musste?
  • dass du, der du lange Zeit Null Bock auf Schule hattest, mir freudestrahlend erklärtest, du wollest jetzt doch noch das Abitur machen?
  • dass du es mit Bravour schafftest?
  • dass  du keinen Zivildienst machen wolltest, sondern deinen Wehrdienst,  unsere endlosen und Nächte lang dauernden  Diskussionen über das Für und Wider?
  • dass du dann wegen einer sehr seltenen Krankheit fast deine ganze Bundeswehrzeit im Bundeswehrkrankenhaus zu gebracht hast? Wie erleichtert wir waren, dass es gut ausging für dich, aber auch für mich?
  • dass du nicht studiertest, sondern eine Ausbildung machtest?
  • dass  du, der immer behauptet hatte, nie heiraten zu wollen, dann doch genau dies tat?
  • dass du mich zur Großmutter machtest, und das gleich zweimal?
  • dass du nach dem Scheitern deiner Ehe  als allein erziehender Vater dein Leben meistertest?
  • dass  du mir erlaubtest, dir dabei zu helfen?
  • dass du, obwohl die Kinder nun seit langem schon bei ihrer Mutter leben, ihnen trotzdem ein guter Vater geblieben bist?

Ja, mein Sohn, immer, wenn du Geburtstag hast, werde ich sentimental, und weißt du was?

Ich bin ungeheuer stolz auf dich.

Dienstag, 31. Juli 2012

Das Mosaik

Von mirabelle48, 07:24



Eine Kiste voll mit kleinen Steinen,

schwarze, weiße, rote, grüne, blaue,

welche auch, die silbern, golden scheinen,

gelbe, braune, violette, graue.

 

Ahnungslos greif ich in sie hinein,

niemand weiß, was er dabei erwischt,

 oft fügt sich nicht gleich erkennbar ein,

was das Schicksal mir vorab gemischt.

 

Dennoch wächst allmählich Stein für Stein,

 Tag für Tag mein Lebensmosaik.

Mag es auch kein großes Kunstwerk sein,

mir gefällt es, fehlt auch noch ein Stück.

 

Bis zum letzten Tag werd ich dran bauen,

doch nicht ich setz einst den letzten Stein.

Machtlos bleibt mir dann nur zu zuschauen,

die Vollendung übernimmt für mich Freund Hein.

Samstag, 28. Juli 2012

When I'm 64

Von mirabelle48, 12:24



Paul und Ringo, George und John

fragten einst als Beatles schon:

„Was wird sein, wo geht es hin,

wenn ich vierundsechzig bin?“

 

Als sie dieses Lied gesungen,

zählte ich noch zu den Jungen,

hab mir keinen Kopf gemacht,

an das Alter kaum gedacht.

 

Lernte, nach erklommnen Höhen,

durch manch tiefes Tal zu gehen,

hadernd oft nur angenommen.

was vom Leben ich bekommen.

 

Doch auch Zipfelchen vom Glück

hat mein Lebensmosaik,

dankbar füge ich sie ein

ins Gesamtbild Stein für Stein.

 

Vierundsechzig bin ich heut,

Beatles längst Vergangenheit.

Was wird sein, wo geht es hin,

wenn ich vierundachtzig bin?

Mittwoch, 18. Juli 2012

Der neue deutsche Buchpreis

Von mirabelle48, 12:32


Mir diesen beiden Büchern beteilige ich mich am diesjährigen Wettbewerb

https://www.epubli.de/shop/buch/Hab-mir-meinen-Reim-gemacht-Sibylle-Engel-9783844221374/14778





www.epubli.de/shop/buch/Spät-gefreit-Sibylle-Engel/8154




"Der Neue Deutsche Buchpreis" ist ausgeschrieben von
www.epubli.de, für Autoren, die dort ihre Bücher erstellt haben.

Wer also mag kann mittels klick dafür sorgen, dass eines oder beide genügend Stimmen bekommen 

Ich freue mich über jeden Klick.

Einfach dem oder beiden Link(s) folgen und dann auf "abstimmen" klicken.


"Spät gefreit" ist nicht mehr im Programm. (27.11.2014)

Sonntag, 15. Juli 2012

Liese beschwert sich...

Von mirabelle48, 12:26
... und das öffentlich

Sehr geehrte Damen und Herren,

da ich nicht wirklich weiß, wer in ihrem Team für die Pleite verantwortlich ist, müssen Sie bitte damit leben, dass ich meine Beschwerde an Sie alle richte.

Als ich noch ein Lieschen war, haben einige Erwachsene  mir erzählt, dass ein gewisser Herr Petrus das Wetter macht. Andere wiederum erzählten mir, dass die Engel im Himmel dafür verantwortlich sind und wieder andere sprachen von einem Wettergott.

Egal. Wer  auch immer es ist, irgendjemandem in eurer Crew unterläuft da ein gravierender Fehler.

Mein Kalender sagt mir, dass wir in unseren Breitengraden jetzt Sommer haben, und das stimmt auch, denn hier bei uns in Nordrhein-Westfalen haben die Kinder Sommerferien.

SOMMER, nicht etwa Herbstferien.

Mit Sommer hab ich aber ganz andere Assoziationen, ihr Wettermacher. Als Lieschen konnte ich meist ohne Friesennerz und Gummistiefel draußen spielen, meine Lieblingspuppe ohne Regenschutz über dem Kinderwagen spazieren fahren, ich konnte Rollschuh fahren, mit meinen Freunden im nahe gelegenen See baden, ich konnte in Nachbars Garten unreifes Obst klauen, ohne im Schlamm zu versinken,  konnte Eis schlecken, ohne gleich vor Kälte zu zittern und in unserer Wohnung blieb der Ofen aus.

In diesem Jahr kann ich das Haus ohne Regenschirm gar nicht verlassen, an schwimmen ist nur im Hallenbad zu denken,  meine für den erwarteten Sommer gekauften modischen T-Shirts fristen ein unbeachtetes Dasein im Schrank, statt dessen trage ich warme Pullis und Jacken, wenn ich nicht erfrieren will.

Also, liebe Wettermacher, ich fordere euch hiermit auf, den Schuldigen für diese Misere ganz schnell ausfindig zu machen und diese verantwortungsvolle Position umgehend mit einer kompetenten Person zu besetzen. Es ist noch nicht zu spät, den Fehler zu korrigieren.

Mit hoffnungsvollen Grüßen

Liese

Freitag, 13. Juli 2012

Welch ein Tag...

Von mirabelle48, 12:02

Schon früh am Morgen um halb acht

da regnet’s, statt dass Sonne lacht.

Der Weg zum Bad wird zur Tortur

denn Liese fällt fast hin im Flur.

Wer hat um alles in der Welt,

die Kiste bloß hierher gestellt?

Beschämt gesteht sich Liese ein,

das muss sie selbst gewesen sein.

 

Im Bad, da ärgert sie sich sehr,

stellt fest, die Klorolle ist leer.

Hat da wohl jemand unerlaubt

des Nachts das Klopapier geraubt?

Doch Liese hat für solchen Fall

gottlob Ersatz im Badregal.

 

Nach Zähneputzen, Körperpflege

steht leider immer noch im Wege

in ihrem Flur die Stolperkist’

und Liese denkt sich, so ein Mist,

sie bückt sich,  stemmt sie in die Höh –

autsch, jetzt tut ihr der Rücken weh.

 

Doch Liese denkt sich unverdrossen,

jetzt wird erstmal Kaffee genossen.

Doch irgendjemand hat heut Nacht,

die Kaffeedose leer gemacht.

Nun denn, denkt Liese,ich trink eh

ganz gern am Morgen auch mal Tee.

 

Ach Liese, wenn an einem Tag,

so gar nichts dir gelingen mag,

dann sei ins Stammbuch dir geschrieben,

wärst besser du im Bett geblieben.

Ich weiß nicht, ob ich’s schon erwähnte,

dass heut ist Freitag, der Dreizehnte?

Donnerstag, 12. Juli 2012

Du tust mir gut

Von mirabelle48, 11:51

          

Bin total in dich verliebt,

weil es viele Dinge gibt,

die sonst niemand für mich tut.

Ich sag nur: Du tust mir gut.

 

Wenn nach dem Friseurbesuch

ich den Figaro verfluch,

weil ich rot statt blond jetzt bin,

nimmst du es gelassen hin.

 

Hab bei deinem Lieblingsessen

ich das Salz total vergessen,

küsst du mich nur auf den Mund

und sagst: „Salzlos ist gesund“.

 

Komm ich, weil die Uhr nachgeht

wieder einmal viel zu spät,

lächelst du, beschwerst dich nie,

sagst nur: „Ich war wohl zu früh“.

 

Hättest du gern deine Ruhe,

doch ich brauche neue Schuhe,

fährst du mit mir in die Stadt.

und gibst mir manch guten Rat.

 

Selbst bei Sissi, eins bis drei,

bleibst du gutmütig dabei

und reichst mir, wenn ich es such,

auch noch schnell ein Taschentuch.

 

Wenn ich unter deine Decke

meine kalten Füße stecke,

teilst du mit mir deine Glut.

Sag ich doch: Du tust mir gut.

 

Ihr denkt, dass es solchen  Mann

nicht in Wahrheit geben kann?

Ich erkläre unumwunden,

hab ihn auch noch nicht gefunden.

Sonntag, 08. Juli 2012

Klein aber mein

Von mirabelle48, 20:59



Alles begann damit, dass  Liese vor einigen Monaten erfuhr, dass sie eine kleine Erbschaft gemacht hatte. Liese freute sich sehr, es war zwar nicht viel, was sie bekommen würde, aber sie sah nun doch eine Möglichkeit, sich endlich wieder einen kleinen Gebrauchtwagen kaufen zu können und vielleicht wäre auch noch ein neuer Flachbildfernseher drin.

Liese ist zwar, wie ich schon mal beschrieb, manchmal etwas schusselig, aber eine gewisse Cleverness ist ihr nun wahrlich nicht abzusprechen. Sie geht also frisch ans Werk und durchforstet im Internet die Angebote an gebrauchten Kleinwagen in ihrer Stadt. Schnell hat sie einige infrage kommende fahrbare Untersätze auf ihrer Merkliste. Da Liese sich mit Technik nicht besonders gut auskennt, bittet sie einen guten Freund, seines Zeichens ein ausgewiesener Kenner, mit ihr zusammen die Autos zu begutachten.

Direkt das erste Auto auf ihrer Liste ist fast unschlagbar, der Preis kann etwas heruntergehandelt werden, der Motor schnurrt, TÜV ist erst in 18 Monaten fällig, kleine Blessuren an der Karosserie sind nach Aussagen des Freundes völlig unerheblich. Liese ist begeistert und ehe sie sich versieht, wechselt ein feuerroter Fiat Panda seine Besitzerin.

Leider hält die Freunde nicht lange an, nach nur 3 Wochen bleibt die Kiste auf dem Weg nach Hause mit defekter Zylinderkopfdichtung liegen. Die Kosten für eine Reparatur  stehen nun so gar nicht in Relation zum Kaufpreis und Alter des Autos. Liese macht ein langes Gesicht und ist sehr enttäuscht.

Aber nachdem sie nun mal wild entschlossen ist, wieder ein Auto zu haben, überlegt sie, einen neuen Versuch zu wagen. Dabei kommt sie zu dem Schluss, dass sie in der Vergangenheit ihre Autos immer ohne männliche Begleitung gekauft hat und damit sehr gut gefahren ist, wenn sie auf ihren Bauch gehört hat. Und sie beschließt, sich wieder an einen Gebrauchtwagenhändler in ihrer Nähe zu wenden und nicht mit Privatpersonen um den Preis zu feilschen, sondern lieber ein wenig mehr zu investieren und sich eine Garantie geben zu lassen.

Und so kommt es, dass Liese nun  Besitzerin eines wunderschönen blaumetallic lackierten Renault Clio ist, der genau noch in ihren finanziellen Rahmen passte.

Als sie ihn dem Freund vorführt, sagt der doch glatt: „Dieser Wagen ist um Klassen besser, als der, den du vor 3 Wochen gekauft hast“. Liese fragt sich nun, warum sie eigentlich beim ersten Kauf den Kerl überhaupt mitgenommen hat.

Der eigentlich auch geplante neue Flachbildfernseher muss nun allerdings noch etwas warten, aber wer braucht schon so ein Teil? Solange der alte Fernseher noch nicht seinen Geist aufgibt, ist alles in Ordnung.

Montag, 02. Juli 2012

Freud und Leid

Von mirabelle48, 08:34

Von der Freude, die ich hab,

wenn wie heut die Sonne lacht,

geb ich dir die Hälfte ab,

Freude teilen glücklich macht.

 

Darfst dafür an Regentagen,

wenn Melancholie dich quält,

mir den Großteil übertragen,

Leid geteilt, doch halb nur zählt.

 

Das bestimme unser Leben,

sei das Ziel der Zweisamkeit,

gerne nehmen und auch geben:

Freude, aber auch das Leid.

Sonntag, 17. Juni 2012

Alles oder Nichts

Von mirabelle48, 19:27

Julian ist mein jüngerer Enkel und geht in die zweite Grundschulklasse.

Weil das Schuljahr fast beendet ist, macht er mit seiner Klasse einen Tagesausflug zum Aquazoo in Düsseldorf.

Als er zurück kommt erzählt er aufgeregt, was ihn dort begeistert hat. Insbesondere die Pinguine hatten es ihm angetan, die fand er „niedlich“. Auch dass er „Nemo“-Fische gesehen hatte, fand er ganz toll, er hatte vor längerer Zeit den Zeichentrickfilm mit uns geguckt und freute sich, Nemo nun in echt betrachten zu können.  Auch die Haie hatten ihn schwer beeindruckt, kurz, er sprudelte seine Beobachtungen nur so heraus.

Für ihn eigentlich ganz ungewöhnlich, normalerweise ist er mit seinen Antworten auf Fragen zu Erlebtem eher ein Minimalist. Ich staune, als ich ihn frage, wie es ihm denn gefallen habe, dass statt des sonst üblichen „Klasse“ oder kurz angebundenem  „Doof“ nun ein solch ausführlicher Bericht erfolgt.

Am nächsten Tag nach der Schule macht er bei mir seine Hausarbeiten. Zunächst mal Mathe. Das kleine Einmaleins bis 10 ist dran. Zähflüssiger als sonst, wenigstens scheint es mir so, quält er sich durch die Aufgaben. Aber - was lange währt wird endlich gut, geschafft, Heft zu und ein tiefer Seufzer hinterher.

„Das war’s“, sagt er erleichtert, „ich bin fertig.“ „Aber du sollst doch für Deutsch noch auf dem Arbeitsblatt etwas schreiben“,  erinnere ich ihn nach einem Blick in sein Hausaufgabenheft. Noch ein tieferer Seufzer, aber er kramt das Arbeitsblatt umständlich aus der Schultasche. Es stehen 3 Fragen darauf und dazwischen große Lücken für die Antworten.

Frage 1: Was hat mir an unserem Ausflug gefallen?

Frage 2: Was hat mir besonders gut gefallen?

Frage 3: Was hat mir nicht gefallen?

 

Antwort zu Frage 1: Alles

Antwort zu Frage 2: Alles

Antwort zu Frage 3: Nichts


Da ist er wieder, der schlitzohrige Minimalist und das ist wieder der Julian, wie ich ihn kenne und liebe :-)

Montag, 11. Juni 2012

Singe, wem Gesang gegeben

Von mirabelle48, 08:01
Er rollt also wieder, der Ball bei der Euro 2012 und die deutsche Mannschaft hat berechtigte Hoffnung dieses Turnier zu gewinnen, auch wenn das erste Spiel noch nicht völlig überzeugen konnte.

Wie bereits vor vier Jahren werden meine Enkel mit ihrem Papa und ihrer Oma vor dem Fernseher sitzen und unseren Kickern die Daumen drücken. 2008 waren die bewunderten Helden der damaligen Mannschaft noch Michael Ballack und Jens Lehmann, heute sind es Mesut Özil und Manuel Neuer, aber sonst hat sich nicht viel geändert, die Begeisterung für Fußball hat sich bei meinen Enkeln im Laufe der Jahre eher verstärkt, zumal sie beide selbst im Verein spielen.

Die beiden Knirpse gingen 2008 noch in den Kindergarten und sie und auch ihre Erzieherinnen waren im Fußballrausch. Da wurden die Kinder an jedem Spieltag der deutschen Mannschaft geschminkt, linke Wange schwarz-rot-gold, rechte Wange die des jeweiligen Gegners. Selbstverständlich durfte das Gesicht nur um die aufgemalten Fahnen herum gewaschen werden.  Dass die Farben dann am nächsten Morgen total verwischt waren, störte die Kinder nicht, eher schon die Erwachsenen.

Es ist die reine Freude, mit bunt bemalten kleinen Jungen täglich Bus zu fahren, vor allem, wenn man die eigentlichen Fahnen nur noch schemenhaft erkennen kann. An das  maliziöse Grinsen des Busfahrers  und der anderen Fahrgäste gewöhnt man sich als liebende Oma sehr schnell.

Was mir nicht so bewusst war, meine Enkel liebten die Melodie der deutschen Nationalhymne. Sie sangen sie ständig voll Inbrunst und für ihr Alter auch schon recht textsicher. Bei Eltern und Oma herrschte große Verblüffung, woher sie die so gut konnten, es ist nämlich keineswegs so, dass die Nationalhymne zu unserem ständigen Musikrepertoire gehört. Sie hatten sie im Kindergarten gelernt und sie zu ihrem Lieblingslied erkoren.

Ich hatte also die ehrenvolle Aufgabe, morgens und nachmittags mit zwei bunt angemalten Kindern Bus zu fahren, die zudem auch dort aus voller Kehle „Einigkeit und Recht und Frei-hei-heit für das deutsche Vater-her-land“ schmetterten. Ein Mauseloch, in das sich die geplagte Oma hätte verziehen können, gibt es ja in bundesdeutschen Bussen leider nicht, da musste sie wohl oder übel durch.

Aber sie ist froh, dass die Kinder mittlerweile alt genug sind, um ohne Begleitung mit dem Bus zur Schule und zurück zu fahren:-)

Sonntag, 03. Juni 2012

Lebensautobahn

Von mirabelle48, 12:17
 

Deine Abenteuertour

auf der Lebensautobahn

führt in eine Richtung nur,

anzukommen ist der Plan.

 

Oft kennst du nur ungenau

schon beim Start das Ziel der Reise,

fährst voll Hoffnung los ins Blau

und bemerkst, drehst dich im Kreise.

 

Manches Mal zu weit gefahren,

Ausfahrt einfach überrast,

doch im Nachhinein erfahren,

hast nicht wirklich was verpasst.

 

Hast die nächste dann genommen,

folgtest deinem Weg nicht starr.

Bist trotzdem ans Ziel gekommen

auch wenn es ein Umweg war.

 


Donnerstag, 24. Mai 2012

Schusselliese

Von mirabelle48, 10:07


Die Liese ist gar schusselig
und manchmal auch sehr dusselig.

Schon als Liese noch ein Lieschen war, neigte sie zur Vergesslichkeit. Sei es, dass sie am Morgen ausgestattet mit Schultasche und Sportbeutel in die Straßenbahn stieg, um zur Schule zu fahren und erst in der Schule merkte, dass die Schultasche ohne sie mit der Linie 2 zum Depot fahren würde, sei es, dass sie wie verrückt die Englischvokabeln paukte, dann aber feststellte, dass am nächsten Tag nicht die Englischarbeit, sondern der Mathetest angesagt war, der selbstredend in die Hose ging, denn den hatte sie doch glatt vergessen.

Später, als aus dem Lieschen  eine Liese geworden war, die Schulzeit längst hinter ihr lag, konnte es schon mal passieren, dass sie erst auf dem Weg zum Bus bemerkte, dass heute ihr freier Tag war. Sie hatte am Abend vorher vergessen, den Wecker abzustellen und hatte das morgendliche Routineprogramm abgespult.

Ein anderes Mal  vergaß sie, die Pantoffeln gegen ihre Straßenschuhe auszutauschen und wunderte sich über die erstaunten Blicke der Menschen an der Bushaltestelle.

Und was so eine richtige Schusselliese ist, die vergisst natürlich auch schon mal  das Monatsticket in der Jacke, die sie gestern trug. Sie hatte aber Glück, die dadurch bedingten unbewussten Schwarzfahrten blieben unentdeckt und peinliche Situationen mit Kontrolleuren wurden ihr erspart.

Liese war und ist eben eine liebenswerte Chaotin. So wundert es auch nicht, dass sie kürzlich ihren Kühlschrank öffnete und dort ihren Schlüsselbund fand. Offenbar hatte sie nach dem gestrigen Einkauf vergessen, ihn an das Schlüsselbrett zu hängen und beim Einräumen der Lebensmittel mit in den Kühlschrank gepackt.

Ich gebe zu, Schusselliese ist mir sehr sympathisch, ist sie mir doch sehr ähnlich, oder bin ich es gar selbst?