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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



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Montag, 11. Juni 2012

Singe, wem Gesang gegeben

Von mirabelle48, 08:01
Er rollt also wieder, der Ball bei der Euro 2012 und die deutsche Mannschaft hat berechtigte Hoffnung dieses Turnier zu gewinnen, auch wenn das erste Spiel noch nicht völlig überzeugen konnte.

Wie bereits vor vier Jahren werden meine Enkel mit ihrem Papa und ihrer Oma vor dem Fernseher sitzen und unseren Kickern die Daumen drücken. 2008 waren die bewunderten Helden der damaligen Mannschaft noch Michael Ballack und Jens Lehmann, heute sind es Mesut Özil und Manuel Neuer, aber sonst hat sich nicht viel geändert, die Begeisterung für Fußball hat sich bei meinen Enkeln im Laufe der Jahre eher verstärkt, zumal sie beide selbst im Verein spielen.

Die beiden Knirpse gingen 2008 noch in den Kindergarten und sie und auch ihre Erzieherinnen waren im Fußballrausch. Da wurden die Kinder an jedem Spieltag der deutschen Mannschaft geschminkt, linke Wange schwarz-rot-gold, rechte Wange die des jeweiligen Gegners. Selbstverständlich durfte das Gesicht nur um die aufgemalten Fahnen herum gewaschen werden.  Dass die Farben dann am nächsten Morgen total verwischt waren, störte die Kinder nicht, eher schon die Erwachsenen.

Es ist die reine Freude, mit bunt bemalten kleinen Jungen täglich Bus zu fahren, vor allem, wenn man die eigentlichen Fahnen nur noch schemenhaft erkennen kann. An das  maliziöse Grinsen des Busfahrers  und der anderen Fahrgäste gewöhnt man sich als liebende Oma sehr schnell.

Was mir nicht so bewusst war, meine Enkel liebten die Melodie der deutschen Nationalhymne. Sie sangen sie ständig voll Inbrunst und für ihr Alter auch schon recht textsicher. Bei Eltern und Oma herrschte große Verblüffung, woher sie die so gut konnten, es ist nämlich keineswegs so, dass die Nationalhymne zu unserem ständigen Musikrepertoire gehört. Sie hatten sie im Kindergarten gelernt und sie zu ihrem Lieblingslied erkoren.

Ich hatte also die ehrenvolle Aufgabe, morgens und nachmittags mit zwei bunt angemalten Kindern Bus zu fahren, die zudem auch dort aus voller Kehle „Einigkeit und Recht und Frei-hei-heit für das deutsche Vater-her-land“ schmetterten. Ein Mauseloch, in das sich die geplagte Oma hätte verziehen können, gibt es ja in bundesdeutschen Bussen leider nicht, da musste sie wohl oder übel durch.

Aber sie ist froh, dass die Kinder mittlerweile alt genug sind, um ohne Begleitung mit dem Bus zur Schule und zurück zu fahren:-)