Beeplog.de - Kostenlose Blogs Hier kostenloses Blog erstellen    Nächstes Blog   

Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Sonntag, 17. Juni 2012

Alles oder Nichts

Von mirabelle48, 19:27

Julian ist mein jüngerer Enkel und geht in die zweite Grundschulklasse.

Weil das Schuljahr fast beendet ist, macht er mit seiner Klasse einen Tagesausflug zum Aquazoo in Düsseldorf.

Als er zurück kommt erzählt er aufgeregt, was ihn dort begeistert hat. Insbesondere die Pinguine hatten es ihm angetan, die fand er „niedlich“. Auch dass er „Nemo“-Fische gesehen hatte, fand er ganz toll, er hatte vor längerer Zeit den Zeichentrickfilm mit uns geguckt und freute sich, Nemo nun in echt betrachten zu können.  Auch die Haie hatten ihn schwer beeindruckt, kurz, er sprudelte seine Beobachtungen nur so heraus.

Für ihn eigentlich ganz ungewöhnlich, normalerweise ist er mit seinen Antworten auf Fragen zu Erlebtem eher ein Minimalist. Ich staune, als ich ihn frage, wie es ihm denn gefallen habe, dass statt des sonst üblichen „Klasse“ oder kurz angebundenem  „Doof“ nun ein solch ausführlicher Bericht erfolgt.

Am nächsten Tag nach der Schule macht er bei mir seine Hausarbeiten. Zunächst mal Mathe. Das kleine Einmaleins bis 10 ist dran. Zähflüssiger als sonst, wenigstens scheint es mir so, quält er sich durch die Aufgaben. Aber - was lange währt wird endlich gut, geschafft, Heft zu und ein tiefer Seufzer hinterher.

„Das war’s“, sagt er erleichtert, „ich bin fertig.“ „Aber du sollst doch für Deutsch noch auf dem Arbeitsblatt etwas schreiben“,  erinnere ich ihn nach einem Blick in sein Hausaufgabenheft. Noch ein tieferer Seufzer, aber er kramt das Arbeitsblatt umständlich aus der Schultasche. Es stehen 3 Fragen darauf und dazwischen große Lücken für die Antworten.

Frage 1: Was hat mir an unserem Ausflug gefallen?

Frage 2: Was hat mir besonders gut gefallen?

Frage 3: Was hat mir nicht gefallen?

 

Antwort zu Frage 1: Alles

Antwort zu Frage 2: Alles

Antwort zu Frage 3: Nichts


Da ist er wieder, der schlitzohrige Minimalist und das ist wieder der Julian, wie ich ihn kenne und liebe :-)

Montag, 11. Juni 2012

Singe, wem Gesang gegeben

Von mirabelle48, 08:01
Er rollt also wieder, der Ball bei der Euro 2012 und die deutsche Mannschaft hat berechtigte Hoffnung dieses Turnier zu gewinnen, auch wenn das erste Spiel noch nicht völlig überzeugen konnte.

Wie bereits vor vier Jahren werden meine Enkel mit ihrem Papa und ihrer Oma vor dem Fernseher sitzen und unseren Kickern die Daumen drücken. 2008 waren die bewunderten Helden der damaligen Mannschaft noch Michael Ballack und Jens Lehmann, heute sind es Mesut Özil und Manuel Neuer, aber sonst hat sich nicht viel geändert, die Begeisterung für Fußball hat sich bei meinen Enkeln im Laufe der Jahre eher verstärkt, zumal sie beide selbst im Verein spielen.

Die beiden Knirpse gingen 2008 noch in den Kindergarten und sie und auch ihre Erzieherinnen waren im Fußballrausch. Da wurden die Kinder an jedem Spieltag der deutschen Mannschaft geschminkt, linke Wange schwarz-rot-gold, rechte Wange die des jeweiligen Gegners. Selbstverständlich durfte das Gesicht nur um die aufgemalten Fahnen herum gewaschen werden.  Dass die Farben dann am nächsten Morgen total verwischt waren, störte die Kinder nicht, eher schon die Erwachsenen.

Es ist die reine Freude, mit bunt bemalten kleinen Jungen täglich Bus zu fahren, vor allem, wenn man die eigentlichen Fahnen nur noch schemenhaft erkennen kann. An das  maliziöse Grinsen des Busfahrers  und der anderen Fahrgäste gewöhnt man sich als liebende Oma sehr schnell.

Was mir nicht so bewusst war, meine Enkel liebten die Melodie der deutschen Nationalhymne. Sie sangen sie ständig voll Inbrunst und für ihr Alter auch schon recht textsicher. Bei Eltern und Oma herrschte große Verblüffung, woher sie die so gut konnten, es ist nämlich keineswegs so, dass die Nationalhymne zu unserem ständigen Musikrepertoire gehört. Sie hatten sie im Kindergarten gelernt und sie zu ihrem Lieblingslied erkoren.

Ich hatte also die ehrenvolle Aufgabe, morgens und nachmittags mit zwei bunt angemalten Kindern Bus zu fahren, die zudem auch dort aus voller Kehle „Einigkeit und Recht und Frei-hei-heit für das deutsche Vater-her-land“ schmetterten. Ein Mauseloch, in das sich die geplagte Oma hätte verziehen können, gibt es ja in bundesdeutschen Bussen leider nicht, da musste sie wohl oder übel durch.

Aber sie ist froh, dass die Kinder mittlerweile alt genug sind, um ohne Begleitung mit dem Bus zur Schule und zurück zu fahren:-)

Sonntag, 03. Juni 2012

Lebensautobahn

Von mirabelle48, 12:17
 

Deine Abenteuertour

auf der Lebensautobahn

führt in eine Richtung nur,

anzukommen ist der Plan.

 

Oft kennst du nur ungenau

schon beim Start das Ziel der Reise,

fährst voll Hoffnung los ins Blau

und bemerkst, drehst dich im Kreise.

 

Manches Mal zu weit gefahren,

Ausfahrt einfach überrast,

doch im Nachhinein erfahren,

hast nicht wirklich was verpasst.

 

Hast die nächste dann genommen,

folgtest deinem Weg nicht starr.

Bist trotzdem ans Ziel gekommen

auch wenn es ein Umweg war.