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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Sonntag, 30. November 2014

1. Advent

Von mirabelle48, 12:21



Vorweihnachtlich das Heim geschmückt,

Adventskalender süß bestückt,

Lichter dekoriertes Grün,

hängte ich ans Fenster hin,

 

auch aus Holz die Weihnachtsstadt,

die man noch vom Vorjahr hat

und die allen so gefällt,

habe ich schon aufgestellt.

 

Heimelig zieht durch die Luft

Zimt- dazu Bratapfelduft,

auf dem Tannenkranz da brennt

das erste Licht. Es ist Advent.

Freitag, 28. November 2014

Herbstliches

Von mirabelle48, 09:28

 

Wenn sich vorm Haus der Baum im Sturme biegt,

sein Laub als bunter Teppich auf dem Boden liegt,

wobei ein einz‘ges allerletztes Blatt

erfolgreich bisher standgehalten hat,

um dennoch morgen schon mit goldnem Glänzen

die Farbenpracht des Teppichs zu ergänzen;

 

wenn Eckern, Eicheln unter Schuhen knacken,

Kastanien treffen schmerzend mich im Nacken,

wenn Morgennebel träge aus den Wiesen steigt,

bevor sich siegreich später doch die Sonne zeigt;

 

wenn alle Nüsse, die es wo entdeckt,

das Eichhörnchen als Vorrat schnell versteckt,

der Igel mit instinktlichem Gespür

sich für den langen Schlaf baut sein Quartier;

 

wenn Menschen wieder drehen an der Uhr,

wenn gähnend müde und behäbig  die Natur,

dann mach auch ich mich herbstlich schon bereit

für eine lange dunkle Winterzeit 

und wünsche mir, demütig und zufrieden:

Es seien mir viel Herbste noch beschieden.

Mittwoch, 24. September 2014

Du bist nicht wie sie

Von mirabelle48, 13:22

 

Du bist nicht wie sie,

fremd im eigenen Land,

sie verstehen dich nicht,

sie grenzen dich aus,

verfolgen und bedrohen dich,

verwehren dir Bildung und Arbeit,

vertreiben dich aus deinem Haus,

nehmen dir die Heimat.

 

 

Du bist nicht wie sie,

nimmst alles, was du tragen kannst

und gehst.

Beschwerlich ist die Reise

in eine  ungewisse Zukunft,

einerseits voller Trauer,

andererseits  voller Hoffnung

erreichst du dein Ziel.

 

 

Du bist nicht wie sie,

sie verstehen dich nicht,

pferchen dich ein,

grenzen dich aus,

nennen dich Schmarotzer,

verwehren dir Bildung und Arbeit,

und rufen: Raus mit dir.

Und manchmal

stecken sie dein Lager in Brand.

 

 

Du bist nicht wie sie –

Willst du es wirklich werden?

Montag, 14. Juli 2014

"Sternenzauber"

Von mirabelle48, 11:08



Weißt du wie viel Sterne stehen?

sang die Mutter mir als Kind,

heimlich lief ich, nach zu sehen

ob’s wohl mehr als hundert sind.

 

Doch erkannte ich beizeiten,

dass man sie nicht zählen kann,

in unendlich großen Weiten,

zieht die Erde ihre Bahn.

 

Unerreichbar in der Ferne

leuchten uns in dunkler Nacht

millionenfach die Sterne

glänzen dort in ihrer Pracht.

 

Wenn ein Stern zur  Erde fällt,

wird der Himmel wohl nicht ärmer,

doch in unsrer Fußballwelt

wird es in den Herzen wärmer.

 

Die Sieger tragen selbstbewusst

nun  deren vier auf ihrer Brust 

Samstag, 28. Juni 2014

Das Gänseblümchen-Orakel

Von mirabelle48, 11:14



Wohl nur wenige Menschen in unserem Kulturkreis kennen es nicht, das Gänseblümchen-Orakel. Und die, die es kennen, glauben natürlich keinesfalls an seine wahrheitsgemäße Aussage, selbstverständlich nicht.

Als ich das erste Mal mich in einen Jüngling verguckte, hab ich es befragt, das Orakel: Er liebt mich, er liebt mich nicht, er liebt mich…         

Das letzte Blatt der Blüte sagte mir, er liebt mich nicht.

Aber zum Glück gibt es ja auch noch andere Orakel, die man befragen kann. Man kann es an den Knöpfen der Bluse abzählen, das Ergebnis ist vorhersehbar, je nachdem wie viel Knöpfe das betreffende Kleidungsstück hat und ob man mit ja oder nein beginnt. Hier sagte mir das Knopf-Orakel: Er liebt mich.

Ja, was denn nun? Höchste Zeit, das Strich-Orakel zu befragen. Das kennt der geneigte Leser nicht? Dann hier die kurze Erklärung: Wenn es gelingt, auf dem Heimweg den Gehsteig zu passieren, ohne eine Fuge (Strich)darauf zu betreten, dann heißt das Ja, wenn nicht, dann leider Nein. Um ein Ja zu erreichen, sollte man dieses Orakel allerdings tunlichst nur befragen, wenn man alleiniger Benutzer des Bürgersteigs ist, erstens sieht es ausgesprochen blöd aus, im Zick-Zack-Kurs zu gehen, zweitens übersieht man beim angestrengten nach unten Schauen andere Passanten oder Hindernisse, wie z. B. Straßenlaternen oder Ähnliches. Was nützt einem eine positive Aussage des Orakels, wenn man als Gegenleistung Tage lang mit einer Beule an der Stirn herum läuft?

In meinem Fall sagte das Strich-Orakel  Nein. Somit stand es zwei zu eins und es war entschieden, er liebte mich nicht. Kein Wunder, Stirnbeulen sind nicht gerade besonders attraktiv und dazu angetan, die Gunst des Objektes der Begierde zu erlangen. Da sind Gänseblümchen und Knöpfe wesentlich ungefährlicher.

Nicht zu unterschätzen sind natürlich auch noch andere „Wenn-Dann-Orakel“, an die man selbstverständlich auch nicht glaubt. Gerade jetzt zur Zeit der Fußball-Weltmeisterschaft. Nach dem Hype um das Krake-Orakel vor vier Jahren hat wohl diesmal jeder Zoo ein eigenes Tier-Orakel. Und natürlich sagt jedes die Wahrheit.

Ich greife lieber auf das Gänseblümchen-Orakel zurück. Das hat damals schon nicht gelogen und das sagt mir: Deutschland wird Weltmeister.

Wenn nicht, dann hat das Gänseblümchen Schuld, einer muss ja Schuld sein…

Montag, 26. August 2013

Heute schon geschmunzelt?

Von mirabelle48, 17:39
Das jüngste Baby ist da mit Illustrationen von Henriette Thoma.

http://www.epubli.de/shop/buch/Bierlachs--Apfelkuchen-Sibylle-Engel/29077





Emil, der sich bisher in der Runde seiner Skatbrüder am wohlsten fühlte, lernt durch Mathilde eine neue Leidenschaft kennen: Sie und ihren selbst gebackenen Apfelkuchen. Doch dazu muss erst eine Tür ins Schloss fallen.

Von den Erlebnissen dieses "verrückten" Paares und seiner Freunde wird hier augenzwinkernd berichtet.

Samstag, 10. August 2013

Wenn Fliegen fliegen

Von mirabelle48, 09:04

Weil mein Fenster, das ist bitter,
hat noch kein Insektengitter,
ärgert mich Familie Fliege,
die ich nicht zu fassen kriege,

Ungefragt und ungeniert
kamen sie hereinspaziert,
fühlen sich hier wohl zu Haus,
wie krieg ich sie wieder raus?

Wenn ich mit der Fliegenklatsche
nach den Plagegeistern patsche,
starten sie in Blitzesschnelle
hin zu einer andren Stelle.

Langsam krieg ich Mordgelüste,
wenn ich doch nur erst mal wüsste,
ob, wenn ich ermorde Fliegen,
 werd ich lebenslänglich kriegen?

Montag, 13. Mai 2013

Mai

Von mirabelle48, 13:19


Frisches  sattes  Maiengrün

nach der Maienregendusche

malt mit seiner Maientusche

Meister Maienfrühling hin.

 

Maienmensch wird nie gelingen,

wenn er tausend Farben hätte

auch auf seiner Farbpalette,

solches Grün auf’s Blatt zu bringen.

 

Darum seine Maienaugen

öffne Maienmensch ganz weit,

um zu dieser Maienzeit

sattes Maigrün aufzusaugen.

Donnerstag, 18. April 2013

"Dummes" Huhn

Von mirabelle48, 18:39

Es hat mich immer schon gestört,

was man oft über Tiere hört.

Es heißt, voll schlauer Hinterlist

Herr Reineke, der Fuchs wohl ist.

Ein Pfau sei eitel. falsch die Schlange,

dem Hasen sei vor allem Bange.

Behauptet wird auch immer schnöde

ein Schaf, das sei unendlich blöde,

und es geht das Gerücht herum,

Gans und auch Huhn, die seien dumm.

 

Sagt jemand nochmal „dummes Huhn“,

dann kriegt er es mit mir zu tun,

dass Hühner nämlich ziemlich schlau,

das weiß seit heut ich ganz genau.

 

Vor seines Hühnerhofes Tor

fährt täglich ihr Besitzer vor.

Sein Auto scheinen seine Hennen

wie es mir scheint, genau zu kennen.

 

Kaum ist in Sichtweite sein Wagen,

sieht man sie Richtung Hoftor jagen.

Und tritt er ein, begrüßt ihn gar

laut gackernd seine Hühnerschar.

 

Wer sonst durch’s Hoftor reinspaziert,

der wird von ihnen ignoriert,

weil er ja auch kein Futter bringt.

Wes Brot man isst,  des Lied man singt.

 

Drum bleibt es auch bei meiner Rede:

Ein Huhn das ist nicht dumm und blöde.

 

Sonntag, 31. März 2013

Gegendarstellung

Von mirabelle48, 12:28

Heut Nacht begann die Sommerzeit,
dabei ist kalter Winter.
Der Frühling ist noch endlos weit,
versteckt sich feig dahinter.

Sein  "blaues Band" hat er verloren,
ich bin total verdattert.
Mit roter Nas und kalten Ohren
frag ich mich wo es "flattert"?


Von wegen "wohlbekannter Duft"
und dass die "Veilchen träumen" schon.
Schneeflocken wirbeln durch die Luft,
verschlucken jeden "Harfenton".

Herr Mörike, ich frage Sie:
Als sie den Text geschrieben,
hat da wohl ihre Fantasie
nur Schabernack getrieben?






Sonntag, 17. März 2013

Tränen

Von mirabelle48, 20:49




Lass mich eintauchen

in den See deiner ungeweinten Tränen,

bevor du darin ertrinkst.

Weine mein Kind

an meiner Schulter.

 

Tauche du ein

in den See meiner unendlichen Liebe zu dir

und in dein erstes zaghaftes Lächeln

weine ich dann –

Freudentränen...

 

Sonntag, 10. März 2013

Minimalismus - oder: Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht?

Von mirabelle48, 12:35



Wenn ich an meine Schulzeit denke, dann wird mir bewusst, dass ich immer versucht habe, mit dem geringstmöglichen Aufwand das bestmögliche Ergebnis zu erreichen.

Das hat meist auch geklappt und so habe ich mich mit relativ wenig Anstrengung durch die Schuljahre laviert, mit manchmal mehr und manchmal weniger Erfolg. Immerhin hat es aber dann doch gereicht, einen halbwegs vernünftigen Abschluss zu bekommen.

Meine Enkel müssen dieses Gen auch in sich tragen, besonders der Ältere. Er könnte ein ausgezeichneter Schüler sein, wenn, ja wenn er denn nur nicht so unlustig oder besser gesagt, so faul wäre,  was die Hausaufgaben angeht. Da gilt die Maxime: Kein Federstrich mehr als unbedingt nötig.


Vor einigen Tagen hatte er Mathe auf, alles Wiederholungen, die er aus dem Eff Eff beherrscht. Es ging um die Symbole für "größer als" und "kleiner als". Vielleicht erinnert sich der geneigte Leser, das sind diese blöden Winkel, die entweder nachrechts oder nach links offen sind : >, <.
(Ich hatte und habe übrigens immer das Problem, mir zu merken, welches Zeichen wofür steht)
Im Mathebuch stand z.B. 387... 430 oder 677... 320 oder 300... 300.

Der junge Mann nimmt sein Hausaufgabenheft und legt los. Schreibt fein säuberlich Hausaufgabe und Datum.
Nach einigen Sekunden klappt er sein Heft zu und sagt strahlend:"Oma, ich bin fertig".
Ich kann‘s nicht glauben und sehe mir die Sache an.
Da hat der Bengel doch Folgendes gemacht:

Aufgabe 1
a) <
b) <
c) >
d)=
e) >
f) <

Am liebsten hätte ich ja schallend gelacht, aber ich versuchte ihn ernsthaft davon überzeugen, dass er natürlich die kompletten Zahlen dazu abschreiben muss.
Darauf er: "Wieso, die stehen doch im Mathebuch?"

Nach einer ziemlich langwierigen Diskussion über „völlig unnützes Zeug ohne jede Logik“, schließlich sei Mathematik doch nichts anderes als Logik hat er dann aber gnädiger Weise die Aufgabe doch noch einmal vollständig erledigt. Nicht ohne zu maulen und vor sich hin zu murmeln:“Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht“.

Erwähnte ich schon, dass ich meinen schlitzohrigen  Minimalisten, der mich so oft an mich selbst erinnert, sehr liebe?


Bild: Gerd Altmann / Pixelio.de

Donnerstag, 06. Dezember 2012

Ohne Titel

Von mirabelle48, 12:46





Gern würde ich heute bei dir sein,

doch bleibt mir nur, an dich zu denken.

Heut gehst du deinen Weg allein,

kann dir nur gute Wünsche schenken.




Würd gerne herzhaft mit dir lachen,

wie wir es häufig schon getan,

weil über ganz verückte Sachen

ich mit dir herrlich blödeln kann.




Auch gern mit dir gemeinsam weinen,

wenn du verzagt und traurig bist,

weil doch der Kummer, will mir scheinen,

geteilt nur halb so schwer noch ist.




Nur heut bist du allein mein Freund,

mach's gut, ich denk an dich.

Bald wird wieder gelacht, geweint,

das wird so, sicherlich!!

Dienstag, 04. Dezember 2012

Der Fiesling

Von mirabelle48, 16:31

...und die Angst vor ihm

Unbemerkt und vor allen Dingen ungebeten hatte er sich eingeschlichen, seine neue Umgebung betrachtet und für gut geeignet befunden, um sich hier häuslich nieder zu lassen. Ja es gefällt ihm hier, beste Voraussetzungen, sein Schmarotzerleben zu genießen. Noch ist er klein und unauffällig und doch hat er nur Eines im Sinn: Den, der ihn ungewollt aufnahm, zu zerstören.

 

Damit das auch gelingt, bleibt er vorerst in Deckung, bis er groß und stark genug sein wird, seine Vasallen los zu schicken, damit sie ihm bei seinem grausamen Unterfangen helfen. Zunächst einige Wenige und dann immer mehr, ganze Scharen von ihnen setzen sich überall fest, und nun ist auch die hässliche Fratze des Fieslings nicht mehr zu übersehen.

Immer öfter jedoch hat der Fiesling Pech. Obwohl er sich so klein und unauffällig verhalten hat, er wird entdeckt, manchmal, weil jemand gezielt nach ihm gesucht hat, manchmal durch Zufall.

Sein unfreiwilliger Gastgeber hat nun alle Mühe, mit der Siituation fertig zu werden, dass da in seinem Körper eine Zeitbombe tickt. Dem Fiesling muss es an den Kragen gehen, aber erst muss abgeklärt werden, hat er schon seine Helfer ausgeschickt? Und wenn ja, wo haben die sich versteckt? Wird  der Arzt sie finden?


Qualvolle, Angst erfüllte Wochen, Tage und Stunden bis zur Vertreibung des Fieslings aus seinem Paradies. Und dann steht der Termin fest. Und wieder Angst, eine Scheißangst vor der Narkose, dem Eingriff, den Schmerzen und dem, was wahrscheinlich danach noch kommt.

Was nutzt es dem Erkrankten, dass vor ihm schon viele andere Betroffene durch diese Hölle gegangen sind und die Nottreppe erfolgreich gefunden und erklommen haben, der Fiesling ein für allemal vertrieben wurde? Gibt es nicht auch genug Beispiele dafür, dass der Weg durch die Hölle letztendlich vergebens war?

Und doch, auch wenn die Angst ihn zittern lässt, sie mit ihrem Monstergesicht Albträume verursacht, sie darf nicht lähmen, der Fiesling muss raus, weil es sonst erst recht ein Höllentrip wird, dann allerdings ohne jeden Notausgang.

 




Sonntag, 18. November 2012

Über Liebe, Konsequenzen und kleine, aber manchmal ärgerliche Sprachfehler...

Von mirabelle48, 21:12



Da gibt es keinen Zusammenhang? Doch, gibt es :-))                          

Wenn jemand auf dieser Welt konsequent ist, dann ist es Liese, aber so was von. Das war schon so, als sie noch ein Lieschen war.  Als Elsbeth, ihre Banknachbarin, sie nicht bei der vermaledeiten Mathearbeit abschreiben ließ, sprach sie wochenlang kein Wort mehr mit ihr, konsequent eben.

Auch später, als aus Lieschen eine Liese wurde, bewahrte sie sich diese Eigenschaft. Als sie sich das erste Mal verliebte, ihr Angebeteter  sich aber lieber ihrer Freundin zuwandte, statt ihre Liebe zu erwidern, entliebte sie sich auf der Stelle, ganz konsequent.

Heute ist sie Großmutter, natürlich mit allen Konsequenzen.

Dazu gehört selbstverständlich, dass sie ihre Enkelkinder abgöttisch liebt, auch das sehr konsequent, es soll nur ja niemand auf die Idee kommen, ihnen auch nur das kleinste Härchen zu krümmen.

Liese hat aber eine Eigenschaft, die oft sehr ärgerlich ist, sie hat den berühmt-berüchtigten Sprachfehler, der vielen liebenden Großmüttern nachgesagt wird, sie kann so schlecht das Wort mit den vier Buchstaben aussprechen: n-e-i-n.

So wie gestern zum Beispiel.  Liese hatte ihre hausfraulichen Aufgaben für das Wochenende erledigt, der Kühlschrank war aufgefüllt, dadurch die Geldbörse etwas schmaler,  der Staubsauger hatte seine Pflicht getan und stand wieder in der Ecke, das Geschirr wieder auf seinem Platz im Schrank. Liese freute sich auf einen geruhsamen, entspannten Abend, den sie gemütlich in ihrem Lieblingssessel mit ihrem Strickstrumpf verbringen wollte. Dazu ihre Lieblings-CD und einfach nur genießen. Um diese Jahreszeit vertreibt sie sich die langen Abende gern damit.

Sie hatte es sich gerade bequem gemacht, da klingelte das Telefon.Da Lieses Telefon im Display nicht anzeigt, wer da mit ihr sprechen möchte (sie muss sich unbedingt mal ein neues kaufen), entschloss sie sich, das Gespräch anzunehmen, man weiß ja nie, könnte ja was Wichtiges sein. Außerdem ist Liese neugierig, aber das ist ein anderes Thema.

Sie meldet sich also und fröhlich klingt ihr eine sehr vertraute Kinderstimme entgegen: „Oma, dürfen wir heute bei dir schlafen?“  Dazu muss der geneigte Leser wissen, Lieses Enkel gibt es nicht einzeln sondern nur im Doppelpack.

Erwähnte ich schon, dass Liese ein Ausbund an Konsequenz ist aber einen Sprachfehler hat? Es ist eben viel einfacher, das kleine Wort mit nur zwei Buchstaben auszusprechen, als das mit doppelt so viel Zeichen. Sie hört sich also „ja“ sagen.

„Au fein, wir sind dann gleich da, tschö Oma.“

Ade, gemütlicher Abend im Lieblingssessel beim Stricken, nichts da mit Lieblings-CD, stattdessen ist Kniffeln mit zwei Buben angesagt und weil das auf die Dauer langweilig wird, noch eine Partie „Mensch ärgere dich nicht“ hinterher. Und als Abschluss noch eine Runde Mau Mau.

 Als die Zwei dann endlich im Bett sind, greift Liese doch noch zum Strickstrumpf, um wenigstens einige Reihen zu stricken, bevor ihr die Augen zufallen, schließlich ist sie konsequent, oder...?

 

Bild: Sabine Hofschläger / Pixelio.de