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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Dienstag, 27. Dezember 2011

Gehab dich wohl

Von mirabelle48, 17:27

  

Fast  die Uhr schon abgelaufen,

deine Tage sind gezählt.

Keine Zeit mehr zu verschnaufen

bis das letzte Sandkorn fällt

 

Unerbittlich rinnt die Zeit

durch dein Stundenglas des Lebens.

Bist zum Abschied schon bereit,

dich zu halten ist vergebens.

 

Hast die Hand schon an der Klinke,

einen Fuß schon in der Tür.

Siehst grad noch, dass ich dir winke

und dann bist du nicht mehr hier.

 

Altes Jahr, gehab dich wohl.

Hab die Sanduhr umgedreht,

ist nun für das Neue voll,

bis auch das zu Ende geht.

 

 


Freitag, 23. Dezember 2011

Es weihnachtet sehr

Von mirabelle48, 09:21
                                       

Wenn dunkle Tage werden lichter,
erwartungsvoll sind Kindsgesichter,
wenn flackernd heller Kerzenschein,
zieht in die warmen Stuben ein,
dann ist sie wirklich nicht mehr weit,
die gnadenfrohe Weihnachtszeit.

Wenn Kinder eifrig und mit Lachen
aus Stroh die schönsten Sterne machen,
als Helfer an den Kuchenblechen,
die allerbesten Plätzchen stechen,
dann ist sie wirklich nicht mehr weit,
die gnadenfrohe Weihnachtszeit.

Wenn Eisblumen die Fenster zieren,
der kalte Wind zieht durch die Türen,
wenn zugefroren sind die Pfützen,
die Menschen tragen warme Mützen,
dann ist sie wirklich nicht mehr weit,
die gnadenfrohe Weihnachtszeit.

Wenn dann, grad wie von uns bestellt,
der erste Schnee hernieder fällt,
der bunt geschmückte Weihnachtsbaum,
erfüllt mit seinem Duft den Raum,
wenn alle Glocken dann erklingen,
wir  Stille Nacht gemeinsam singen,
dann ist sie da, die Heilige Nacht,
die alle Herzen fröhlich macht.


Allen, die hier lesen wünsche ich ein Frohes Fest.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Es gibt sie

Von mirabelle48, 11:43



Es gibt sie

Menschen, die die Vorweihnachtszeit besinnlich und voll Vorfreude auf Weihnachten begehen.

 

Es gibt sie

Menschen, die von Herzen schenken,  die das ohne „Stress“ sondern mit Freude tun.

  

Es gibt sie,

Menschen, die das Kostbarste verschenken, das jeder von uns hat: Zeit.

 

Es gibt sie

Menschen, die sich von Zynikern und Spöttern nicht beeinflussen lassen.

 

Es gibt sie

Menschen, die Traditionen bewahren und weiter geben, auch wenn man sie dafür belächelt.

 

Es gibt sie 

Menschen, die nicht laut beklagen, wie schlecht die Welt ist, sondern ihren eigenen Garten bestellen.

Dir sind sie noch nicht begegnet? Dann gehörst du vielleicht noch nicht oder nicht mehr dazu.

Doch es gibt sie, sie sind die schweigende Mehrheit und das lässt mich hoffen.



Bild: B.S.

Montag, 12. Dezember 2011

Immer in letzter Minute

Von mirabelle48, 08:39

Jedes Jahr, wenn im Advent

schon die vierte Kerze brennt,

kommen bei dem Weihnachtsmann

Säcke weis noch Wünsche an,

meist per Eilpost und Express.

Er gerät nun schwer in Stress,

und es spornt der gute Mann

eifrig seine Helfer an.


Eine Eisenbahn für Klaus,

für Marie ein Puppenhaus,

Hänschen wünscht sich Playmobil,

Mäxchen ein Nintendo-Spiel

Eine Barbie möchte Moni,

einen Zauberkasten Toni,

Paulchen meint, er sei ein Guter,

wünscht sich sehnlichst nen Computer.

 

Seufzend schaut der Weihnachtsmann

sich die Kinderwünsche an

und er fragt das Engelheer,

ob’s wohl noch zu schaffen wär,

dass die Kinder ihre Gaben

alle bis zum Fest noch haben?

Schließlich blieben doch  ab  heut

nur noch ein paar Tage Zeit?

„Es wär uns schon angenehm,

wenn die Wunschpost früher käm,“

stöhnen seine Helfer, “doch

mit viel Glück da wird es noch.“

 

Kinder, schreibt den Weihnachtsmann

nächstes Jahr doch früher an,

denn nicht immer schafft der Gute

alles in letzter Minute.

 


Mittwoch, 07. Dezember 2011

Der Weihnachtsmann ist gestorben

Von mirabelle48, 17:59


In unserer Familie ist es, seit ich denken kann Brauch, dass der Weihnachtsmann die Geschenke bringt. So vermittelte ich es auch meinem Sohn und er wiederum seinen Kindern.

„Der  Weihnachtsmann ist gestorben,“ verkündetenn meine beiden Enkel vor zwei Jahren einige Wochen vor Weihnachten als sie aus der Schule und aus dem Kindergarten kamen.

Na so was, ich war erstaunt, davon hatte ich weder in der Tageszeitung, noch im Fernsehen etwas gelesen, gehört oder gesehen.

Ich entschied mich, mal ernsthaft nachzufragen, wie sie darauf gekommen sind.

Dass Kinder irgendwann behaupten, dass es keinen Weihnachtsmann gibt, darauf war ich vorbereitet, aber dass der Weihnachtsmann sterblich ist, das war mir neu.

„Wann ist das denn passiert?“ fragte ich also.

„Das weiß ich auch nicht so genau, muss aber schon ne Weile her sein, jedenfalls ist er gestorben!“ erklärte mir der Größere der beiden, der im Januar 8 wurde. „Ja, er war sehr alt und krank“, bekräftigt der Kleinere, der 6 Jahre alt war.

„Ach das tut mir aber wirklich sehr leid“, antwortete ich ganz ernsthaft. „Nicht nur um den armen Weihnachtsmann, auch um die Kinder, die nun gar keine Weihnachtsgeschenke bekommen.“

Darauf der Kleine: „Oma, können  die Rentiere denn mit dem Schlitten nicht auch ohne Weihnachtsmann die Geschenke bringen?“

Mühsam unterdrückte ich ein Schmunzeln und ehe ich antworten konnte übernahm das der größere Bruder: „ Du bist dumm,“ sagte er im Brustton der Überzeugung, „die Geschenke besorgen doch die Eltern und die geben sie dann beim Christkind ab, und am Heiligen Abend bringt das Christkind dann die Sachen.“

Darauf der Kleine: „Kann das Christkind denn, obwohl es ein Baby ist, schon Schlitten fahren? Und Oma, können wir den Weihnachtsmann mal auf dem Friedhof besuchen?“

Gott sei Dank nahm mir auch hier der Große die Antwort ab, indem er verkündete:“Komm, Julian, wir schreiben jetzt unsere Wunschzettel.“

Merkwürdigerweise wurden die aber an den Weihnachtsmann adressiert

Als ich verwundert fragte, warum dort steht: Lieber Weihnachtsmann, grinste der Große verschmitzt: „Oma, man weiß ja nie, vielleicht hat der Weihnachtsmann ja Kinder?“

Ich dankte insgeheim dem Großen, immerhin hatte er mit dieser Antwort dem Kleinen die Illusion noch gelassen und schmunzelnd nahm ich die kleinen und großen Wünsche meiner beiden Racker zur Kenntnis. Der eine oder andere wurde auch erfüllt.

In diesem Jahr haben sie auch wieder Wunschzettel geschrieben, adressiert vom Großen, der nun bald 10 Jahre alt ist, ebenfalls wieder an den Weihnachtsmann.

Ich fragte nach, warum nicht ans Christkind, denn der Weihnachtsmann sei doch vor 2 Jahren schon gestorben. Antwort: "Weihnachtsmann hat es nie gegeben, und das Christkind wurde doch vor über 2000Jahren geboren, Oma, glaubst du ernsthaft, dass  das noch lebt? Aber ich weiß doch, dass ihr euch freut, wenn wir noch an den Weihnachtsmann glauben".

Beim Wunschzettel des nunmehr Achtjährigen fiel mir auf, dass er ohne Anrede geschrieben war, dort stand nur: Mein Wunschzettel. Seine Antwort auf eine diesbezügliche Frage von mir war ein gequältes Grinsen und die Aussage: "Oma, soll ich ausgerechnet zu Weihnachten flunkern? Ich glaube doch nicht mehr an den Weihnachtsmann."

Tja, nun ist es also soweit, sie werden langsam groß.

 

Bild: eigenes

Der alte Gockel

Von mirabelle48, 13:31

Frau M. im Wohnhaus nebenan
ist schon fast sechzig. Ohne Mann
lebt sie allein seit jüngst der Gatte,
sich anderwärts entschieden hatte.
Er dachte sich vor Jahresfrist,
dass jünger wohl doch besser ist,
weil ihn es häufig wo sehr juckte,
er sich in Lilofee verguckte.

Die war mit ihren 30 Jahren
auch in der Liebe sehr erfahren,
verstand mit ihrer Raffinesse
zu wecken sein Lustinteresse.
Herr M. war völlig hin und weg,
ließ springen manchen dicken Scheck.

Als dann Frau M. es wurd gewahr,
sie wohl mit Recht sehr böse war.
Sie setzte ihn vor ihre Tür,
und sagte: Bleib doch ganz bei ihr.
So ging er denn mit Sack und Pack,
zu Lilofee, der alte Sack.

Doch hatte er nicht recht bedacht,
was das mit seinem Konto macht.
Die Lilofee, die ließ ihn blechen,
um ihre Gunst ihm zu versprechen.
Und dann gabs noch die Ehefrau,
die wusste schließlich auch genau
das, was ihr zustand, einzustreichen.
Sein Geld, es konnte so nicht reichen.

So kam es, wie es kommen muss:
12 Monate und dann war Schluss.
Nichts geht mehr, schrieb ihm heut die Bank
Mit andren Worten: Er ist blank.

Und Lilofee, so gar nicht nett,
sagt ihm: Du taugst nichts mehr im Bett,
schau dich mal an im Spiegel, nackig,
da bist du wirklich nicht mehr knackig.
Hab mir nen Jüngren angelacht,
der bringt es besser in der Nacht.

Herrn M., dem wurde plötzlich klar,
dass doch Frau M. so schlecht nicht war.
Und weil sie ihn noch immer liebte,
verzieh sie, dass er auswärts übte
und ließ ihn hoch und heilig schwören,
ab jetzt nur ihr noch zu gehören.

Und die Moral von der Geschicht:
Gib Acht wenn dich der Hafer sticht,
und hab dein Konto gut im Blick,
nicht immer führt ein Weg zurück.

 


 

Dienstag, 06. Dezember 2011

Einladung

Von mirabelle48, 13:42


Weihnachtszeit

nicht mehr weit.

Oft auch Zeit der Einsamkeit

 

Lad dich ein,

du sagst nein,

willst lieber alleine sein.

 

Denkst vorerst,

dass du störst,

weil du nicht dazu gehörst.

 

Hör mir zu

grade du,

du gehörst schon lang dazu.

 

Öffne dir

weit die Tür

hab dich auch am Fest gern hier.

 

Ankunft Christ

und du bist

hier, auch wenn ein Tränchen fließt.


Für B.S.

Bild: eigenes

Montag, 05. Dezember 2011

Obacht

Von mirabelle48, 10:31

Dich bewahren

vor Gefahren.

Kleine Menschen hilflos sind.

Voll Vertrauen

auf mich bauen.

Ich geb auf dich Acht mein Kind.

 

Wächst heran.

Eigner Plan.

Gut Gemeintes schluckt der Wind.

Doch ich stehe

in der Nähe

und geb auf dich Acht mein Kind.

 

Bist nun groß.

Lass dich los.

Bist nicht mehr für’s Leben blind.

Offenbarung

durch Erfahrung.

Gib gut auf dich Acht mein Kind.

 



Sonntag, 04. Dezember 2011

Lasst uns froh und munter sein...

Von mirabelle48, 10:08


…und uns wie die Kinder freun…

Kinder sehen die Welt mit ihren eigenen Augen.
Sie schauen zum Himmel und sagen: Schau mal, diese Wolke sieht aus wie ein Haus, oder wie ein Hund oder…oder…
Sie stellen sich vor, dass wenn es regnet, die Engel weinen, oder dass die Engel beim Putzen der Himmelstüren den Eimer mit Wasser umgeschmissen haben, oder dass die Engel ganz viel Pipi machen müssen, oder…oder…
Eine Pfütze wird für sie zum Zauberspiegel, wenn sie mit einem Stock darin herumrühren und ihr Spiegelbild sich verändert.
Und Kinder glauben an den Weihnachtsmann. Sie fragen nicht danach, wie er es schafft, alle Kinder gleichzeitig am Heiligen Abend zu beschenken, sie sehen den Weihnachtsmann mit seinem Schlitten und seinen Rentieren durch die Lüfte sausen und freuen sich, dass es ihn gibt…Und sie besitzen die Fähigkeit, ihre Vorstellungen real zu erleben.

Und gerade jetzt, in der Adventszeit schmunzeln wir Erwachsenen und nicht wenige von uns wünschen sich, diese kindliche Fantasie wieder zu haben, sich die Welt schön zu träumen und sich daran zu erfreuen.

Auch ich freute mich immer wieder, solche fantasievollen Erklärungen aus dem Munde meines Sohnes zu hören. Wenn es in der Vorweihnachtszeit windige Tage gab, dann erklärte er mir: Mama, das sind die Engel, die mit ihren Flügeln ganz schnell hin und her fliegen, damit sie für den Weihnachtsmann bis zum Heiligen Abend alles fertig bekommen.

Und als er einige Tage vor Weihnachten die Kondensstreifen zweier Flugzeuge sah, die sich parallel am blauen, wolkenlosen Himmel hinzogen, die sie verursachenden Flugzeuge nur als glitzernde silberne Punkte zu sehen waren, da war er ganz aufgeregt und sagte in aller Ernsthaftigkeit: Mama, schau, da ist gerade der Weihnachtsmann mit seinem Schlitten entlang gefahren….

Sollte ich dem Knirps wirklich die profane Wirklichkeit moderner Technik erklären? Ich habe es unterlassen und ich bin froh darüber. 


Kopfzerbrechen bereitete mir allerdings die Frage meiner beiden kleinen Enkel vor zwei Jahren:
Oma, als du klein warst, ist da zu dir der Papa vom Weihnachtsmann gekommen???

 

Bild: eigenes

Samstag, 03. Dezember 2011

Barbarazweige

Von mirabelle48, 08:20

                                                                      

Martin kaut auf seinem Bleistift und überlegt, was er dem Weihnachtsmann nun schreiben soll. Bisher steht auf dem großen Blatt nur mit ungelenker Schrift eines Erstklässlers:

LIBER WEINACHTSMAN !

Sonntag war der 1. Advent gewesen und als sie die erste Kerze auf dem Adventkranz anzündete, hatte Mama gesagt, dass er  in diesem Jahr seinen Wunschzettel doch schon selbst schreiben kann, er hat doch Wünsche zu Weihnachten, oder?

Klar hat er die, ganz viele sogar, eine Carrarabahn wünscht er sich, einen neuen Lederfußball, eine Torwartausrüstung, schließlich spielt er seit dem Sommer im Verein.

Und ein neues Fahrrad, weil doch das, was er zum Geburtstag von Papa bekommen hat, geklaut worden ist.

Das letzte Geschenk, das Papa ihm gemacht hat, zu seinem 7. Geburtstag im August. Als Papa noch da war. Papa, der heute, am 4. Dezember  Geburtstag hat. Martin hat ihm ein Bild gemalt, mit bunten Blumen und einer Sonne drauf und ganz groß ein paar Zweige mit gelben Blüten.

Mama hatte solche Zweige heute morgen wie immer  im Garten geschnitten und in die Vase gestellt. „Das sind Barbarazweige“, hatte sie ihm erklärt, „auch wenn sie jetzt ganz kahl aussehen, zu Weihnachten werden sie voller gelber Blüten sein. Und sie heißen Barbarazweige, weil sie am 4. Dezember, dem Tag der heiligen Barbara geschnitten werden." Und er hatte sein selbst gemaltes Bild vor die Vase gestellt.

Nach der Schule war er mit Mama auf den Friedhof gegangen und hatte Papa seine Zeichnung gebracht. Und er hat ihm erzählt, dass Mama Barbarazweige geschnitten und in die Vase gestellt hat. Danach hatte Mama gesagt, er solle doch nun endlich seinen Wunschzettel schreiben.

Am liebsten würde er dem Weihnachtsmann ja jetzt schreiben, dass er sich Papa zurück wünscht, aber Mama hat gesagt, dass er Wünsche aufschreiben soll, die der Weihnachtsmann auch erfüllen kann.

 Und so schreibt er:

LIBER WEiNACHTSMAN !

ICH  WÜNSCHE  MIR  EINEN  TORWARDANZUG  UND  EINEN  FUSBALL:  UND  ICH  MÖCHTE  AUCH  EINE  CARRERABAN. UND  BITTE  BRING  MIR  AUCH  EIN  FARAD  SO EINS WIE ICH FON  PAPA  HATTE. UND  GRÜSE  PAPA GANS  LIB FON  MIR.

DEIN  MARTIN

 

Foto: Wikipedia