Der alte Gockel
Von mirabelle48, 13:31Frau M. im Wohnhaus nebenan
ist schon fast sechzig. Ohne Mann
lebt sie allein seit jüngst der Gatte,
sich anderwärts entschieden hatte.
Er dachte sich vor Jahresfrist,
dass jünger wohl doch besser ist,
weil ihn es häufig wo sehr juckte,
er sich in Lilofee verguckte.
Die war mit ihren 30 Jahren
auch in der Liebe sehr erfahren,
verstand mit ihrer Raffinesse
zu wecken sein Lustinteresse.
Herr M. war völlig hin und weg,
ließ springen manchen dicken Scheck.
Als dann Frau M. es wurd gewahr,
sie wohl mit Recht sehr böse war.
Sie setzte ihn vor ihre Tür,
und sagte: Bleib doch ganz bei ihr.
So ging er denn mit Sack und Pack,
zu Lilofee, der alte Sack.
Doch hatte er nicht recht bedacht,
was das mit seinem Konto macht.
Die Lilofee, die ließ ihn blechen,
um ihre Gunst ihm zu versprechen.
Und dann gabs noch die Ehefrau,
die wusste schließlich auch genau
das, was ihr zustand, einzustreichen.
Sein Geld, es konnte so nicht reichen.
So kam es, wie es kommen muss:
12 Monate und dann war Schluss.
Nichts geht mehr, schrieb ihm heut die Bank
Mit andren Worten: Er ist blank.
Und Lilofee, so gar nicht nett,
sagt ihm: Du taugst nichts mehr im Bett,
schau dich mal an im Spiegel, nackig,
da bist du wirklich nicht mehr knackig.
Hab mir nen Jüngren angelacht,
der bringt es besser in der Nacht.
Herrn M., dem wurde plötzlich klar,
dass doch Frau M. so schlecht nicht war.
Und weil sie ihn noch immer liebte,
verzieh sie, dass er auswärts übte
und ließ ihn hoch und heilig schwören,
ab jetzt nur ihr noch zu gehören.
Und die Moral von der Geschicht:
Gib Acht wenn dich der Hafer sticht,
und hab dein Konto gut im Blick,
nicht immer führt ein Weg zurück.


