Sehnsucht
Von mirabelle48, 18:06Vorbei ist nun der laute Tag.
Es folgt die Stille, die ich mag.
Auf leisen Sohlen und ganz sacht
Umfängt mich jetzt die dunkle Nacht.
Kummer und Streit beiseite räumen,
und in der Stille kann ich träumen
von Sternen, die ich niemals sah,
unendlich fern, doch greifbar nah;
von Menschen, die nach Frieden streben,
die nicht im Egoismus kleben,
die teilen können, was sie haben,
statt sich nur selbst am Quell zu laben.
Von Kindern, die noch Liebe fühlen,
statt dass sie mit Gewehren spielen.
Von Eltern, die nicht fliehen müssen,
damit nicht andre sie erschießen;
von Alten, denen bleibt die Würde,
die nicht betrachtet nur als Bürde;
von Frevlern, denen man vergibt,
weil man die Frevler dennoch liebt.
Und durch des bleichen Mondes Licht
da seh ich plötzlich ein Gesicht,
und jählings will es mir erscheinen,
es bleibt nicht nur bei diesem einen.
Viel Sehnsuchtsvolle sicherlich,
die Träume haben, so wie ich.
Und doch, die Nacht vergeht so schnell.
Schon wird es draußen wieder hell
Vorbei, die Stille, die ich mag,
erneut beginnt ein lauter Tag.


