Gelb und grau
Von mirabelle48, 16:23
Ich möchte frei sein, dachte sich
Kanarienvogel Klaus.
Nur ist der Käfig hinderlich,
ich komme da nicht raus.
Ich möchte nicht mein Leben lang
allein im Käfig singen,
viel lieber mit meinem Gesang
auch Andren Freude bringen.
Als sich die Chance bot, flog Klaus
voll Hoffnung und gespannt
schnell in die weite Welt hinaus
wie er es lang geplant.
Inmitten einer Spatzenschar
sang Klaus nun seine Lieder,
doch neideten sie dem Kanar
Gesang und auch Gefieder.
Schnell hatten sie ihn schon umringt
und hackten auf ihn ein.
Wer statt zu tschilpen Lieder singt,
kann unser Freund nicht sein.
Und dann auch noch solch gelbe Federn,
statt graue, so wie wir.
Gehässig hörte man sie zetern,
mach dich bloß fort von hier.
Doch eine Spätzin in der Schar
war völlig frei von Neid,
genoss das Lied von dem Kanar,
und auch sein Federkleid.
Gemeinsam flogen sie davon,
und fanden einen Platz,
wo gerne hörte man den Ton
von Klaus und seinem Spatz.


