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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Sonntag, 30. November 2014

Satire darf alles

Von mirabelle48, 13:41

...sagt Kurt Tucholsky.

Wirklich alles?

Darf sie bewusst Menschen verletzen, sie vorführen wie einen Tanzbären im Zirkus und dem sich auf die Schenkel klopfenden gröhlendem Publikumslöwen zum Fraß vorwerfen?

Ist das wirklich Satire oder nicht doch eher Menschen verachtende Gaudi zu Ungunsten einger Schwacher, über die die vermeintlich Starken glauben, sich erheben zu müssen?

Satire darf, ja sie soll, aufzeigen, überzeichnen und auf (hoffentlich) humorvolle Weise Missstände deutlich machen, die Obrigkeiten und ihre Dummheit oder ihr Fehlverhalten enttarnen, auch wenn einem manchmal das Lachen im Halse stecken bleibt.

Aber darf man in einem Internetforum Mituser ehrverletzend bloßstellen zur allgemeinen Volksbelustigung? Beispielsweise, jemand, den ich nicht mag, weil er wirklich oft dummdreist daher kommt, schreibt fehlerhaft,  ist es dann Satire, wenn ich, weil ich es doch ach so lustig finde, ihn in meinen Postings permanent kopiere, ihn reize, bis er ausrastet, wild um sich schlägt, ihm dann das vorwerfe- ist das Satire?

Wenn ich mich darüber lustig mache, dass jemand das Wort Satire falsch schreibt, nämlich mit "ie", es dann zum Gegenstand eines "satirischen" Textes mache, statt ihm (in diesem Fall ihr) ins Postfach zu schreiben, dass sie sich geirrt hat, ist das wirklich Satire?

Wenn ich in allen Bereichen eines Forums permanent auf die Suche nach ehemaligen Mitgliedern gehe, und kaum dass ich sie finde, diesem und der Gemeinschaft das in einem ganzen Abschnitt eines Artikels um die Ohren haue, klar ist dieser mal mal geflogen - ich schäme mich heute ein wenig- damals daran beteiligt gewesen zu sein, ist das Satire, ihn bloß zu stellen?

Ist es Satire, das ganze dann als Persiflage auf sich selbst zu verkaufen? Ist es das wirklich?

Ich meine nein, das hat Tucholsky ganz sicher nicht gemeint, als er schrieb: Satire darf alles. Ich nenne es ganz übles und boshaftes Vorführen und Bloßstellen von Mitmenschen. Ich mag die in solchen Artikeln am Nasenring vorgeführten User auch nicht wirklich, sie sind wahrlich keine Sympathen,aber was da veranstaltet wird seit Tagen und Wochen zur allgemeinen Volksbelustigung, quer durch alle Bereiche dieder Plattform finde ich einfach übelst hinterfotzig, ein anderes Wort fällt mir jetzt nicht ein.

Ich gebe zu, es gab mal eine Zeit, da hab ich mich an solchen bösen Spielchen auch beteiligt und fand das sogar lustig. Wie gesagt, ich schäme mich heute dafür und nenne es heute, wie ich es empfinde: Hetze und Säue durchs Dorf treiben. Und mit Menschen, die das tun oder sich darüber ausschütten wollen vor Lachen, mit denen will ich nichts (mehr) zu tun haben, ich weiß, dass ich die Meute nicht ändern kann, erst recht nicht die  Rädelsführer, aber ich verachte sie. Ich überlege ernsthaft, das Portal   zu verlassen.

Zumindest aber werde ich mich bis auf Weiteres  dort mal zurück ziehen.

1. Advent

Von mirabelle48, 12:21



Vorweihnachtlich das Heim geschmückt,

Adventskalender süß bestückt,

Lichter dekoriertes Grün,

hängte ich ans Fenster hin,

 

auch aus Holz die Weihnachtsstadt,

die man noch vom Vorjahr hat

und die allen so gefällt,

habe ich schon aufgestellt.

 

Heimelig zieht durch die Luft

Zimt- dazu Bratapfelduft,

auf dem Tannenkranz da brennt

das erste Licht. Es ist Advent.

Freitag, 28. November 2014

Herbstliches

Von mirabelle48, 09:28

 

Wenn sich vorm Haus der Baum im Sturme biegt,

sein Laub als bunter Teppich auf dem Boden liegt,

wobei ein einz‘ges allerletztes Blatt

erfolgreich bisher standgehalten hat,

um dennoch morgen schon mit goldnem Glänzen

die Farbenpracht des Teppichs zu ergänzen;

 

wenn Eckern, Eicheln unter Schuhen knacken,

Kastanien treffen schmerzend mich im Nacken,

wenn Morgennebel träge aus den Wiesen steigt,

bevor sich siegreich später doch die Sonne zeigt;

 

wenn alle Nüsse, die es wo entdeckt,

das Eichhörnchen als Vorrat schnell versteckt,

der Igel mit instinktlichem Gespür

sich für den langen Schlaf baut sein Quartier;

 

wenn Menschen wieder drehen an der Uhr,

wenn gähnend müde und behäbig  die Natur,

dann mach auch ich mich herbstlich schon bereit

für eine lange dunkle Winterzeit 

und wünsche mir, demütig und zufrieden:

Es seien mir viel Herbste noch beschieden.