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Gedankenreise

Wenn Gedanken auf die Reise gehen, entsteht manches Gereimte und auch Ungereimte.



Du befindest dich in der Kategorie: Verdichtetes

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Hände

Von mirabelle48, 01:14


Wie sie noch so  winzig sind,

doch sie werden wachsen, reifen,

deine Hände, liebes Kind.

Wollen ihre Welt begreifen.

 

Werden sie, wenn sie mal groß,

nicht nur nehmen sondern geben?

Legst du sie nur in den Schoß

oder schaffst du was im Leben?

 

Werden sie einst sanft und zart,

streichelnd andre Haut berühren?

Oder strafend, grob und hart

schlagende Beweise führen?

 

Noch legst du voll Zuversicht

sie in meine, die dich schützen.

Später jedoch kann ich’s nicht,

musst sie selber dann benützen.

 

Liebes Kind, reich deine Hände

anderen wenn’s nötig ist.

Du wirst seh’n, dass dann am Ende

Du am meisten glücklich bist.

 

Bild: Jan E.

Montag, 24. Oktober 2011

Unser Haus

Von mirabelle48, 08:43



Das Haus, das wir gemeinsam uns erbauten,

erwuchs einst aus geträumten Illusionen.

Voll Zuversicht wir in die Zukunft schauten,

wir waren jung und hatten noch Visionen.

 

Für andre war es klein und  unscheinbar,

jedoch für dich und mich ein Traumpalast,

der fortan lange unsre Heimat war,

wir sorgten dafür, dass das Haus uns passt.

 

Vertrauen war das starke Fundament,

verlieh Stabilität des Hauses Wänden.

Was man gemeinhin  kleines Glück oft nennt,

wir hielten es für Jahre in den Händen.

 

Die Liebe war auf unsrem Haus das Dach.

Sie wäre sicher gerne noch geblieben,

wenn wir nicht dummerweise nach und nach,

sie hätten mit Gleichgültigkeit vertrieben.

 

Bild: B.S.

Sonntag, 23. Oktober 2011

Vertrauen

Von mirabelle48, 13:46


Wenn du keinem magst vertrauen

weil du glaubst, die Welt ist schlecht,

Kinderaugen anzuschauen,

rückt dir dieses Bild zurecht.

 

Ihre Blicke sind voll Klarheit,

glauben felsenfest an dich,

sagen ungeschminkt die Wahrheit,

lieben unerschütterlich.

 

Kinderaugen wortlos fragen,

was du sagst, das ist gesetzt.

Deine Antwort darf nur sagen,

was die Seele nicht verletzt.

 

Denn wenn du ein Kind belogen,

kann es nicht mehr auf dich bauen.

Wirst nun auch von ihm betrogen,

es entzieht dir sein Vertrauen.

 

Samstag, 22. Oktober 2011

Du bist Luft für mich

Von mirabelle48, 10:09

Jan und Julian sind Brüder,

lieben sich, doch hin und wieder,

wie es bei Geschwistern Brauch,

streiten sich die beiden auch.

 

Julian ruft ärgerlich:

„Du bist künftig Luft für mich,

ab sofort und ganz und gar

für mich völlig unsichtbar“.

 

Jan entgegnet gut gelaunt

und sein kleiner Bruder staunt:

„Für dich Luft zu sein, das wäre

für mich eine große Ehre.

 

Denn auch du bist Luft für mich,

ganz genau wie ich für dich.

Menschen könnten doch nicht leben,

würde es die Luft nicht geben“.

 

Bild: Cornerstone / pixelio.de

Freitag, 21. Oktober 2011

Ein Nichtgedicht

Von mirabelle48, 10:19


Wollt heut schreiben ein Gedicht,

aber es gelang mir nicht.

Dabei hatte ich heut Nacht

mir so Vieles ausgedacht,

doch es will mir nicht gelingen,

dieses zu Papier zu bringen.

 

Wie ich’s wende oder drehe,

alles, was ich vor mir sehe,

bleibt ein leerer Monitor.

darum nehme ich mir vor,

lass es heute lieber bleiben,

werd’ erst morgen eines schreiben.

 

Heute übe ich Verzicht

quäl die Welt mit Unsinn nicht.

Krieg davon auch keine Falten,

heut die Finger still zu halten.

Ist das hier jetzt ein Gedicht?

Sorry, doch das wollt ich nicht.

 

Bildquelle: eigene CD 37.000 Cliparts

Montag, 17. Oktober 2011

Gemein

Von mirabelle48, 13:26



Gleichgesinnte als Gemeinschaft

haben meist sehr viel gemein.

Mit  Gemeinheit man es schnell schafft,

allgemein gemein zu sein.

 


 

Sonntag, 16. Oktober 2011

Mein Freund

Von mirabelle48, 09:49



Sie sagen mir: "Er taugt doch nicht.

Du darfst ihm nicht vertrauen."

Sie warnen: "Glaub nicht, was er spricht,

du kannst nicht auf ihn bauen."

 

"Krank ist er", sagen sie,"ein Narr,

ein übler Psychoclown.

Weil er schon immer anders war,

drum darfst du ihm nicht traun."

 

Doch ihr  Geschwätz es stört mich nicht.

Ich lernte ihn gut kennen.

Stolz sag ich’s ihnen ins Gesicht:

"Ich darf ihn Freund nun nennen.

 

Ich mag ihn, anders, wie er ist

und schätze seine Klarheit.

Ihr hasst ihn doch nur, weil ihr wisst,

er sagte euch die Wahrheit."

 

Samstag, 15. Oktober 2011

Die Lebenskiste

Von mirabelle48, 18:24

Mühsam  ist dein Weg ins Leben,

schmerzvoll oft der Weg heraus.

Einwärts wird dir Licht gegeben,

doch am End macht Hein es aus.

 

Vom Beginn bis hin zum Ende

geht’s nicht immer linear,

oft bedarf es einer Wende,

weil dein Pfad ein Irrweg war.

 

Und in deine Lebenskiste

packt dir stetig dein Geschick

alles, was auf seiner Liste,

Sorge, Trauer, Liebe, Glück.

 

Oftmals kannst du es kaum tragen

deiner Kiste Schwergewicht.

Und dann stellst du tausend Fragen.

Antwort gibt das Schicksal nicht.

 

Wenn am Ende du Bilanz ziehst

staunst du über deine Kraft,

und du merkst, wenn du zurück siehst,

dass du doch ganz viel geschafft.

 

Eines Tages bleibst du liegen,

deine Kiste, sie ist voll.

Haben möge überwiegen

deine Seite mit dem Soll.